Freundeskreis Hannover e. V.
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Ultrarot, 09/2017

An für sich habe ich mit Fußball nicht viel am Hut. Ich schau mir alle zwei Jahre das eine oder andere Europa- oder Weltmeisterschaftsspiel an, bleib’ total gelassen, wenn hin und wieder die Anderen gewinnen und war in meinen 43 Hannoverjahren schon zweimal live in unserer Arena. Etwas früher, irgendwann in den 60er-Jahren, war ich sogar schon einmal eher zufällig im Niedersachsenstadion bei einem Spiel meines badischen Heimatvereins Karlsruher SC gegen Hannover 96. Ich kann mich zwar nicht mehr an das Endergebnis erinnern – nur an eine resolute Hannoveranerin, die dem nervigen Großmaul unserer Besuchertruppe ein belegtes Brötchen in die Hand drückte mit der Bemerkung: „Nu essen se mal dieses Brötchen und halten se mal fünf Minuten Ihre Klappe!“

Ich freue mich, wenn Hannover gewinnt und freute mich noch viel mehr über den Wiederaufstieg in die erste Liga, was ohne Zweifel auch ein großer Gewinn für unsere echten Fußballfreunde und für das Stadtimage ist. Als ich aber Mitte August auf der Titelseite unserer Tageszeitungen gleichzeitig zwei erschreckende Meldungen lesen musste, sah ich nicht nur rot. Ich sah Ultra-Rot … und verstand wieder mal die Welt, auch unsere überschaubare Hannover-Welt, nicht mehr: In Amerika rast ein verrückter Rechtsradikalist mit seinem Auto mutwillig in eine Menschenmenge und in Burgwedel musste das Privathaus unseres 96-Präsidenten Martin Kind sowie sein Hotel zum Schutze vor möglicherweise gewalttätigen 96-Fans für ein Wochenende unter Polizeischutz gestellt werden. Erinnert wurde in diesem Zusammenhang, dass bereits vor 20 Jahren der damalige 96-Präsident wegen Morddrohungen geschützt werden musste und dass allein in den letzten vier Jahren ein kleiner Teil der „besten Fans der Welt“ Hannover 96 beachtliche 218.000 Euro DFB-Strafgelder einbrockten.

Da ist Hannover mittlerweile auf dem besten Weg unsere Heimatstadt in kultureller, sportlicher, wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht immer mehr zum Glänzen zu bringen und ein paar angeblich fußballbegeisterte Chaoten schaffen es, diesen positiven Trend immer wieder zu stören und zu gefährden. Wenn sich z. B. auf dem Maschseefest Millionen köstlich amüsieren, wenn beim Opern-Open-Air im Maschpark 25.000 Menschen Weltklassestimmen genießen oder der Hannover-Marathon jedes Jahr einen Teilnehmer- und Zuschauerrekord aufstellt, wird über diese Superlative mehr oder weniger nur regional berichtet. Wenn aber in einer Bundesligastadt die Polizei Sondermaßnahmen plant, nur weil Hannover 96 und seine Fans im Anmarsch sind, das wird in allen Medien bundesweit verbreitet und bleibt an Hannover kleben wie ein auf die Straße geworfener Kaugummi.

Kann mir mal jemand plausibel erklären, warum diese hemmungslosen Chaoten andauernd mit Samthandschuhen angefasst werden sollen? Ist es ein fußballerisches Naturgesetz, ist es mit der Eigenmotivation der Spieler so schlecht bestellt, dass eine Mannschaft nur gewinnen kann, wenn viel Radau im Stadion ist? Sei’s drum: Ich weigere mich strikt, diese letztendlich überschaubare Zahl von Ultra-Chaoten als 96-Fans bzw. als Fußballfreunde zu bezeichnen. Für mich sind das notorische Randalierer, die mit ihrem Auftreten und Verhalten offenbar irgendwelche Defizite ausgleichen müssen und am Montag groß in der Zeitung stehen möchten. Beispielsweise sind die 300 Fans, von denen „45 nicht unter Kontrolle zu bekommen waren“, doch nicht zur Unterstützung ihrer Mannschaft bei diesem unwichtigen Trainingsspiel extra nach England gereist. Die hatten offenbar einen Agressionsstau. Mit Sitzschalen die gegnerischen Fans attackieren, das Spiel zum Abbruch bringen oder anderenorts Feuerwerke zünden, einfältige Parolen brüllen und ordinäre Spruchbänder entrollen, macht offenbar mehr Fun und bringt mehr Satisfaction. Bei aller Problematik zur derzeitigen bzw. geplanten Führungsstruktur von 96, ein echter Fan schadet nicht seinem Verein. Er steht zu ihm, in guten wie in schlechten Tagen – oder er sucht sich einen anderen Verein. Herr Kind mag manche Ecken und Kanten haben und hat, wie wir alle, auch den einen oder anderen Fehler gemacht. Aber eins kann man ihm nie und nimmer vorwerfen, dass er nicht felsenfest hannoververbunden ist und mit Leib, Seele und Euros vor und hinter Hannover 96 steht. Deshalb: Nicht Kind muss weg, die roten Ultra-Chaoten müssen weg.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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