Freundeskreis Hannover e. V.
  Freundeskreis e. V. Hannover
Herzlich Willkommen im Freundeskreis Home 19.11.2017



 

ausgespielt, 10/2017

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mich schon wieder mit dem Thema Fußball herumschlagen muss. Aber wie immer geht’s mir natürlich nicht um Fußball, sondern vielmehr um Hannover. Da haben wir in Hannover bei den Fußball-Weltmeisterschaften1974 und 2006 sowie bei den Europameisterschaften 1988 aktiv mitgespielt und zweifelsfrei bewiesen, dass wir solche internationalen Turniere reibungslos und extrem gastfreundlich organisieren können. Darüber hinaus haben wir, wie schon zur EXPO 2000, der Welt so ganz nebenbei eindrucksvoll gezeigt, dass wir angeblich so „coolen“ Hannoveraner auch ganz schön ausflippen und feiern können.

Und jetzt bekommen wir vom DFB die Rote Karte im Bewerbungsspiel um die Teilnahme an der möglichen Europameisterschaft im Jahre 2024. Das ist genauso bitter wie schade. Auch wenn der DFB ein offenes, transparentes und diskriminierungsfreies Verfahren „garantierte“, fällt es mir verdammt schwer, die vorgebrachten Gründe nachzuvollziehen. Wenn ich z.B. lese, dass der VIP-Bereich zu klein sei, die Logenanforderungen „nicht vollumfänglich erfüllt werden“ und die Messestadt Hannover zu wenig 5-Sterne-Hotel habe, frage ich mich unwillkürlich, ob diese Spiele fürs Volk oder nur für die Funktionäre und VIPs veranstaltet werden. Sowohl sprachlich wie auch logisch unschlagbar ist der Kritikpunkt, dass die sehr innenstadtnahe Lage der HDI-Arena dazu führe, dass sich dadurch „in der Anbindung zu einer Bundesautobahn längere Entfernungen ergeben“. Wer hätte das gedacht am Kreuzungspunkt der A2 mit der A 7 und mehrspurigen Autobahn-Zubringern bis fast in die City? Außerdem verfüge unser Flughafen* über eine zu „geringe Leistungsfähigkeit“ und könne nicht garantieren, Mannschaften und Funktionäre zwischen 18 und 24 Uhr bzw. nach Mitternacht verzögerungsfrei ab- oder anfliegen zu lassen sowie mögliche Demonstrationen und Veranstaltungen innerhalb und außerhalb des Flughafens zu verhindern. (Wie schaffen das die anderen Airports?) Nach all’ diesen Wahnsinns-Argumenten fällt es mir mittlerweile immer leichter, dieses Fußball-Spektakel nicht zu vermissen. Ich habe auch das Gefühl, dass ich mit dieser Einstellung nicht ganz allein liege. Die Reaktionen von OB Schostock und 96-Boss Kind auf die Absage waren jedenfalls alles andere als tieftraurig – ich will mal sagen: eher verständnisvoll. Wer weiß, ob ihnen nicht insgeheim aus Sicherheits- oder unwägbaren Kostengründen ein Stein vom Herzen gefallen ist. Neben anderen Städten hat sich dem Vernehmen nach selbst die Fußballhochburg Dortmund anfangs geziert, sich zu bewerben. Immerhin: 18 Millionen Nordrhein-Westfalen können in, sage und schreibe, vier Arenen Euro-Fußball anschauen, 13 Millionen Niedersachsen, Bremer, Hamburger und Schleswig-Holsteiner können hingegen jetzt schon versuchen, im Hamburger Volksparkstadion eins der 51.500 zur Verfügung stehenden Plätzchen zu bekommen. Vorausgesetzt natürlich, dass die UEFA die eigenartige Spielortauswahl akzeptiert oder der Mitbewerber Türkei Deutschland die Ausrichtung nicht wegschnappt. Bestimmt hat Erdogan sich schon längst von den Scheichs in Katar verraten lassen, wie man solche internationalen Turniere an Land zieht.

…und Hannover, nach Stuttgart und Luxemburg eine der entspanntesten Städte der Welt (brandaktuelle Datenanalyse der Agentur Zipjet), ist gut beraten, sich völlig stressfrei weiterhin darum zu bemühen, im Jahr 2025 Europas Kulturhauptstadt zu werden. Wenn bei diesen Bemühungen, wie damals bei der Bewerbung zur EXPO, alle gesellschaftlichen Kräfte Hannovers, auch die Wirtschaft, an einem Strang ziehen, dürfte die verpasste Fußball-Euromeisterschaft nur noch ein müdes Lächeln wert sein. Auf eins müssen wir uns im Erfolgsfalle jedoch gefasst machen: Einige der Städte im Norden, Süden, Westen und Osten, die sich 2024 möglicherweise mit einem immer kommerzielleren Fußball und immer hemmungsloseren Fans herumschlagen dürfen, werden wieder mal neidisch nach Hannover blicken und uns mit Häme übergießen.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

*Neueste Meldung: Hannover hat nach Stuttgart den zweitpünktlichsten Großflughafen Deutschlands …und nach meinen Erfahrungen weltweit die schnellste Gepäckausgabe.

‹‹‹ zurück



 

in 9 Tagen:
28.11.17, 18:00 Uhr
VERLEIHUNG DES 23. STADTKULTURPREISES

mehr ›
02.12.17, 09:00 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Extrablatt

mehr ›
04.12.17, 18:30 Uhr
Benefizkonzert zugunsten der HAZ Weihnachtshilfe

mehr ›
08.12.17, 17:00 Uhr
Adventskonzert in der Johann Jobst Wagener`schen Stiftung mit einem Blick hinter die Kulissen

mehr ›
15.12.17, 16:00 Uhr
Glühweintrinken: Tag der offenen Geschäftsstelle

mehr ›
06.01.18, 09:30 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Fora

mehr ›
21.01.18, 13:30 Uhr
Hannover Ahoi! Hafenstadt, Kanalstadt, Wasserstadt
Stadtbekannt&Co
mehr ›
03.02.18, 09:30 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Wienecke XI.

mehr ›