Freundeskreis Hannover e. V.
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Herzlich Willkommen im Freundeskreis Home 19.11.2017



 

Grund zum Feiern, 11/2017

Natürlich juckt es auch mich, etwas zum Wahlausgang zu sagen, mein Handicap ist jedoch, dass ich mich in dieser Kolumne über Hannover und nicht über Niedersachsen auslassen soll. Geben Sie mir trotzdem Dispens und lassen Sie die folgende ländliche Abschweifung mit einer etwas konstruierten Eselsbrücke durchgehen.  Schließlich ist der Wahlsieger nun mal Hannoveraner und Hannover ist nun mal Landeshauptstadt.

Es wurde zur Genüge dargelegt, wie sehr Stephan Weil sich für sein gutes Ergebnis ins Zeug gelegt hat und dass er nun allen Grund zum Feiern habe. Sie erinnern sich, dass es, Wochen vor der Wahl, in den Umfragen gar nicht gut für ihn aussah und sein Herausforderer bereits den Sekt kaltstellte. Was war der vielleicht entscheidende Kick, der das Blatt wendete und Weil und seine Partei in die Überholspur brachte? Offenbar ist nur mir aufgefallen, wie der schlaue Fuchs Weil am 23. September ein raffiniertes Wahlgeschenk ins Wahlkampfspiel einbrachte. Er versprach kurzerhand allen Niedersachsen einen zusätzlichen Feiertag. Er wolle nicht weiter die schreiende Ungerechtigkeit hinnehmen, dass den Bayern vier staatlich garantierte Feiertage mehr zur Verfügung stehen als den Niedersachsen und dass die bayrische Wirtschaft deswegen nicht ins Hintertreffen geraten sei. Vorausgesetzt, die Niedersachsen wählen ihn am 15. Oktober! (Inwieweit dieses Junktim dem Tatbestand der Erpressung oder Nötigung nahe kommt, mögen Juristen entscheiden.) Ich sehe Stephan Weil nach, dass er in der Hektik des Wahlkampfes nicht bedachte, dass sein Vorschlag, den Reformationstag (31. Oktober) alljährlich in Niedersachsen als gesetzlichen Feiertag einzuführen, nicht das Gelbe vom Ei war. In „seinem Land“ gibt es nämlich ausgesprochen katholische Ecken, die nicht darauf erpicht sind, die Kirchenspaltung zu feiern und es gibt niedersächsische Juden, die aus guten Gründen gar nicht gut auf Martin Luther zu sprechen sind. (Absolut unverständlicherweise musste um den Wahltermin herum dann auch noch der christ-demokratische Bundesinnenminister Öl ins Feuer gießen und einen deutschen muslimischen Feiertag ins Gespräch bringen. Einen größeren Gefallen konnte er den fremdenfeindlichen AfDlern wohl nicht tun.)

Als akzeptable Alternative wurde dann der „Buß- und Bettag“ vorgeschlagen. Davor kann ich nur warnen. Wer will sich heutzutage noch vorschreiben lassen, wann er büßen und wann er beten soll.  Über kurz oder lang würde dieser Feiertag zum „Kuss- und Betttag“ verkommen, genau so wie der Karfreitag zum Carfreitag mutierte und junge Leute wegen dessen Tanzverbot auf die Barrikaden gehen. Die nehmen den Begriff Feiertag eben wörtlich. Ich meine, wir haben genügend staatlich geschützte kirchliche Feiertage, die unsere einstmals gelebte christliche Vergangenheit (mit all’ ihren Höhen und Tiefen) manifestieren und nach wie vor unseren Lebenskreis prägen. Ein Feiertag, den man langatmig begründen und in den man alles Mögliche hineininterpretieren muss, passt wirklich nicht mehr in die Zeit. Wenn Weil sein Wort hält und seine neue Landesregierung uns freundlicherweise (zumindest) einen neuen Feiertag spendieren will, dann sage ich: Um Gottes Willen, Finger weg von jedem neuen religiösen Feiertag und dafür Suche nach einem ausgesprochen weltlichen, einleuchtenden und absolut neutralen Gedenk- Fest- und Feiertag! Mein Vorschlag wäre der 9. Dezember. An diesem Tag im Jahre 1946 trat in Hannover der erste Niedersächsische Landtag zusammen. Zwar wurden die damaligen Abgeordneten nicht gewählt, sondern von der britischen Besatzungsmacht eingesetzt. Dennoch war es nach dem großen Krieg so etwas wie ein kleines Wunder, das provisorische „Land Hannover“ mit den sehr patriotischen „FreistaatenBraunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe zum neuen Land Niedersachsen zu  vereinen. Alternativ käme auch der frühlingshafte 13. April in Frage. An diesem Tag trat 1951 die 1. Niedersächsische Verfassung in Kraft. Auch ein wirklich guter Grund zum Feiern. Wir hätten dann in der Tat jedes Jahr einen echten „Tag der Niedersachsen“!

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

 

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