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Gemunkel und Gemauschel , 12/2017

Offenbar ist in einigen Führungsetagen unserer Stadt momentan der Wurm drin. Eher sogar ein Virus, denn der Verdacht, dass diese Krankheit ansteckend ist und sich zu einer großen Gefahr für unser öffentliches Verwaltungssystem entwickeln könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Das Besondere an diesem Virus ist, dass die befallenen Organe bzw. die infizierten Personen überhaupt nicht merken und spüren, dass sie krank sind, unbedingt behandelt oder sogar unter Quarantäne gestellt werden müssten. Nur durch Indiskretionen, Flurfunk oder anonyme Schreiben von Außenseitern – im Volksmund als Gemunkel bezeichnet – erfährt die Obrig- und Öffentlichkeit von den befallenen Stellen und kann genauere Untersuchungen in die Wege leiten bzw. fordern. Das wiederum ist gar nicht so einfach, denn bei Gemunkel sind Fakten und Fakes nicht leicht zu unterscheiden. Sicher ist nur, dass urmenschliche Motive wie Rache, Neid, Hass, Dummheit, Eitelkeit, Gier, Überheblichkeit oder sogar Liebe, bei älteren Semestern vielleicht sogar große Liebe, sowohl Auslöser des Gemauschels als auch Ursache des Gemunkels sind.

Die Krankheit besteht darin, dass öffentliche Aufträge nicht – wie gesetzlich vorgesehen – ausgeschrieben, sondern „freihändig“ an mehr oder minder näher Bekannte vergeben werden. Dieser unsaubere Vorgang wird im Volksmund als Gemauschel, Filz und im schlimmsten Fall als Korruption bezeichnet. Eine zweite Mauschel-Variante ist die Schaffung und Ausschreibung einer Stelle im öffentlichen Dienst, die ausschließlich für eine ganz bestimmte (meist nahe stehende) Person zugeschnitten ist.

Version 1 dieser immer wieder auftauchenden Krankheit ist zunächst in der Landesregierung vor der vorgezogenen Wahl aufgetaucht und entdeckt worden und hat dort einige prominente Opfer gefordert. Dann hat Version 2, eine wie oben beschriebene ungesunde Stellenausschreibung, im Rathaus für erhebliche Unruhe (kleines Erdbeben?) und anhaltende Irritierungen gesorgt. Gegen den Urheber ist ein Disziplinarverfahren in die Wege geleitet und sein Rücktritt gefordert worden. Der Beschuldigte gibt reumütig seine Schuld zu und bietet seinen Rücktritt an. Dieses Entgegenkommen wird abgelehnt und stattdessen wird dem Sünder ein erheblicher Teil seiner Arbeit abgenommen. (Absolut „saubere“ Führungskräfte wechseln indessen zu den Stadtwerken.) Bei der ÜSTRA wiederum wird ein saftiger Auftrag kurzerhand an die Agentur des Ehemanns einer Mitarbeiterin vergeben (und Busse bestellt, für die der Landeszuschuss noch nicht bewilligt war). Auch bei/m REGIOBUS wurde gemunkelt, dass hier ebenfalls der Ausschreibungs-Wurm drin und das Arbeitsgericht ein häufiger als normal beanspruchter Mitarbeitertreffpunkt sei. Alles zusammen schafft nicht unbedingt ein gesundes Betriebsklima. Obwohl dem Geschäftsführer Rückendeckung signalisiert und später Absolution erteilt wurde, hat dieser jedoch von sich aus das Handtuch geworfen. Selbst die MHH, unser medizinischer Großbetrieb, der besser operieren als bauen kann, ist gegen das Virus offenbar machtlos und wegen einer prominenten Stellenbesetzung und des daraufhin einsetzenden Gemunkels zu Recht oder zu Unrecht ins Gerede gekommen.

Wie bekommt man diese Viren in den Griff? Gibt es ein wirksames Antibiotikum? Ich als Nichtfachmann, als einfach Bürger, kann den Betroffenen oder den Gefährdeten nur empfehlen: Vorsicht! Unbedingt sauber bleiben! Bodenhaftung behalten! Der Obrigkeit empfehle ich: Aufpassen! Die Kontrollfunktionen in den vorhandenen Kontrollgremien ernst nehmen, den zu kontrollierenden Führungskräften auf die Finger schauen und mit denen keine Verträge abschließen, die sie bei „krummen Dingern“ finanziell auch noch belohnen.

Allen anderen wünsche ich: Immunität gegen alle erdenklichen Viren, Keime, Munkeleien  …und darüber hinaus auch noch frohe Weihnachten und ein xundes neues Jahr!

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

 

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