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Flüsterpropaganda 3/2010

Erwin Schütterle

Dank der groß angelegten Studie über das Image Hannovers wissen wir endlich, warum unser Hannover ein „eher flaches Profil“ hat: Es liegt in diesem Falle weder an den Jungen noch an den Alten. Es liegt an den 35- bis 60- jährigen Männern, die auf den Chefsesseln sitzen, wichtige Entscheidungen fällen, viel unterwegs sind und neben ihrem aufreibenden Job und ihren Familienverpflichtungen einfach keine Zeit haben, das vielfältige, attraktive, anund aufregende Stadtleben Hannovers wahrzunehmen und deshalb auch nicht viel über Hannover sagen können. Wer hätte das gedacht?!

Die Bedauernswerten haben zum Beispiel im Februar den powervollen Songcontest „Hören 2010“ im Pavillon einfach verpasst. Sie können nicht davon schwärmen, wie an diesem Abend elf junge Künstler unseres Popinstituts der Musikhochschule nicht irgendwelche Songs coverten (nachsangen), sondern ausschließlich mit selbst geschriebenem und selbst komponiertem Liedgut den übervollen Saal zum Kochen brachten. Nicht mit Playback, sondern mit eigener Band, eigener Präsentation, technisch und medial hochprofessionell unterstützt von Studenten des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung und Schülern der Multimedia-Berufsbildenden-Schulen. Auch haben die fürs Stadtimage so wichtigen Multiplikatoren nicht mitbekommen, wie leidenschaftlich, wie cool oder wie natürlich die jungen Leute mit ihrem Talent und ihrem Können das Publikum begeisterten und wie sie Jazz, Rock und Pop gnadenlos vermischten. Gegen so ein echtes Liveerlebnis ist jeder Fernsehcontest eine zwar perfekt ausgestattete, aber blutleere Konserve. (Was nicht heißen soll, dass wir uns nicht über den Doppelerfolg von Lena und Cyril bei Stefan Raabs Grand-Prix-Casting freuen und hoffen, dass Deutschland in Oslo von Hannover vertreten wird.)

Die gestressten Männer können auch nichts erzählen von den neuen Modetrends, die die Fahmoda-Absolventen im zweimal vollen Theater am Aegi in die Welt setzten, sie werden wenig mitbekommen haben vom Norddeutschen Kinder- und Jugendtheaterfestival, sie werden die drei Lindener Spezialisten nicht kennen, sie werden auch bestimmt im April das Festival der Philosophie, Anfang Mai das A-Cappella-Festival und im Juni das Lumix-Festival für jungen Fotojournalismus verpassen… und alle anderen Beweise dafür, dass und wie in Hannover die Post in Richtung Zukunft abgeht. Das heißt: Wenn wir dem Image der Stadt auf die Sprünge helfen wollen, müssen wir diese wichtige Zielgruppe ansprechen. Mehr noch, „wir müssen die Treiber dieser Zielgruppe identifizieren“, meint unser städtischer Marketingdirektor.

Ich hab sie gefunden und frage mich, wieso wir diese eminent wichtigen und wirkungsvollen „Treiber“ bisher so sträflich vernachlässigt haben. Es sind die unersetzbaren und meist unsichtbaren Chefsekretärinnen, die immer ausgeglichenen, freundlichen, modernen Cerberusse, die charmantesten Türsteher der Stadt, die gefühlvollsten Organisationstalente, die heilsamen Chefflüsterinnen. Ihr Daumen entscheidet über rein oder raus, über Sein oder Nichtsein und darüber, was der Chef erfahren kann, erfahren soll oder erfahren muss. Lasst uns ihre wichtigen Chefs weiterhin zu allen Empfängen, Konferenzen, Meetings, Kongressen einladen – aber in Zukunft werden die Vorzimmerdamen (und vereinzelten Chefsekretäre) zu allen Premieren, Vernissagen, Präsentationen, Wettbewerben eingeladen, bestens platziert und aufmerksam betreut. Ich garantiere: In kürzester Zeit haben die Entscheidungsträger ein völlig anderes Bild von Hannover und werden der altehrwürdigen ZEIT zustimmen, die in ihrer Nr. 5 Hannover zu den zehn Weltstädten zählt, die in diesem Jahrzehnt den Trend vorgeben werden.

Erwin Schütterle

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