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Hannover, himmel und Hölle, 9/2010

Erwin SchütterleHannover ist ein Radfahrerparadies. Außer dem Lindener Berg keine Steigungen - alles eben. Es dürfte keine andere deutsche Großstadt geben mit soviel Radwegen, die durch Stadt und Natur führen. Jetzt haben wir mit der Langen Laube sogar eine Fahrradstraße mit Priorität für die Radler und möglicherweise bald einen Fahrradschnellweg. Nahezu in jede Einbahnstraße dürfen die Radfahrer in Hannover in der „verbotenen“ Richtung fahren und nachts darf auch in allen Fußgängerzonen hemmungslos geradelt werden.

Ich fahre immer weniger Auto, dafür täglich mit dem Rad und stelle fest: 12 % der Radler verhalten sich absolut korrekt, tragen Helm und fahren ein vorschriftsmäßiges Fahrrad.

71 % (dazu gehöre ich) fahren nicht immer „astrein“ – sagen wir mal: eher pragmatisch. Nicht mit „Vollgas“, dafür umsichtig und rücksichtsvoll. Das defekte Rücklicht wird zwar manchmal nicht sofort repariert, dafür wird aber grundsätzlich an der roten Ampel gehalten und in der für Radler gesperrten Fußgängerzone das Rad geschoben. Ab und an wird auf dem Zebrastreifen die Straße überquert (wobei ich kürzlich mit einem blauen Auge davongekommen bin - das Auto hat mich einfach zu spät gesehen) und bevor man an zwei Ampeln ewig lange warten muss, wird der Radweg auch mal in der falschen Richtung gefahren – mit Blickkontakt versteht sich. Wenn abgebogen wird, wird das deutlich angezeigt, wenn andere Radfahrer überholt werden, wird sicherheitshalber kurz geklingelt und der Gehweg wird Gehern und Kindern überlassen. Die Hälfte dieser Gruppe schützt ihr offenbar noch gut funktionierendes Hirn mit einem Helm. 17 % der Radler fahren hingegen hirnlos und machen Hannover zur Fahrradhölle. Sie fahren nicht, sie rasen. Grundsätzlich, gnadenund rücksichtslos. Fußgänger, darunter vor allem Kinder, Autos, LKW oder Normal- Radler sollen gefälligst aufpassen und jederzeit damit rechnen, dass sie - manchmal wie aus dem Nichts - angeschossen kommen. Die Farbe der Ampel spielt dabei für sie so gut wie keine Rolle. Manche fahren äußerst gern auf den Gehwegen; Fußgängerzonen sind für sie olympische Slalomrennstrecken und Fahrradbeleuchtung ist offenbar überflüssiger Schnick-Schnack. Kurzum: Für diese radikalen Verkehrsanarchisten gelten keine Gesetze und Vorschriften. Kein Scherz: Ich sah einen, der den an sich schon gemeingefährlichen Klagesmarktkreisel bewusst in falscher Richtung umfuhr. Ich selbst bin mehr als einmal in der Edenstraße beim arglosen Hausverlassen um Haaresbreite von Fahrradrasern „umgenietet“ worden. Auf dem Gehweg wohlgemerkt.

Wenn mehr kontrolliert werden sollte, dann sollte man sich speziell um diese 17 % Rad-Rüpel „kümmern“ – und zwar unmittelbar und effektiv. Mein Tipp: Bei eindeutig gefährlichen, schweren Verstößen wird kurzerhand und auf der Stelle das Fahrrad konfisziert. Ein Tag, drei Tage, eine Woche, ein Monat oder ein Jahr. Und wenn das Rad in einer bestimmten Frist und gegen Bezahlung einer entsprechenden Aufbewahrungsgebühr, nicht wieder abgeholt wird, kommt es zur Versteigerung. Mit den Verwarn- und Bußgeldern für die lässlichen Sünder der 71-%-Gruppe könnten hingegen der städtische Haushalt saniert und ein paar Euros abgezweigt werden, um z.B. das Kopfsteinpflaster der 70 Meter langen Schubertstraße in der List zu asphaltieren. Dann würden viel mehr Radler - wie vorgesehen – auf der Edenstraße zum Lister Platz radeln und nicht die Lister-Meile-Bummler belästigen. Und die vielen Radler, die Kopfsteinpflaster meiden wie der „Teufel das Weihwasser“, hätten dann auch absolut keinen Grund mehr, das kleine Verbindungsstück Schubertstraße auf dem Gehweg zu befahren.

…und wieso ist eigentlich der Engelbosteler Damm mit seinen breiten Gehwegen, seiner schmalen Straße und seinem Sackgassencharakter nicht schon längst zu einer Fahrradstraße – wie die Lange Laube – erklärt worden???

Erwin Schütterle

PS. Motorisierte Verkehrsteilnehmer sind kein Deut besser, dem Radfahrer gegenüber aber immer überlegen. Der prozentuale Anteil der motorisierten „Todsünder“ dürfte jedoch geringer sein. Sonst hätten wir nicht weniger Unfälle mit Motorfahrzeugen und eine deutliche Zunahme von Fahrradunfällen.

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