Freundeskreis Hannover e. V.
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Blick zurück nach vorn, 12/2010

Erwin Schütterle

Blick zurück nach vorn Hannover ist und war schon immer der Zeit etwas voraus. Einen Durchgangsbahnhof, mit dem Stuttgart erst jetzt im 21. Jahrhundert beglückt werden soll, legte sich Hannover bereits im Jahre 1843 zu. Als dieser Bahnhof nach nur 30 Jahren zu klein war, baute man einen prachtvollen neuen. Für die damalige Zeit geradezu revolutionär, verlegte man in diesem Zusammenhang die Schienen auf einen erhöhten Bahndamm, um den restlichen Verkehr nicht zu behindern. Zugegeben, die Hannoveraner waren damals (wie so oft: zunächst einmal) alles andere als begeistert – sie wollten auch einen Kopfbahnhof – machten aber ganz schnell aus der Not eine Tugend. Dazu muss man wissen: Die Züge fuhren damals zwar pünktlicher, dafür aber langsamer und nur tagsüber. Für Reisende von Köln nach Berlin (und umgekehrt) bedeutete dies, in Hannover übernachten zu müssen. Am Bahnhof entstanden infolgedessen jede Menge prachtvolle Hotels, die die alten Gaststätten und Herbergen in der Calenberger Neustadt ablösten. Möglichweise dürfte dies einer der Gründe gewesen sein, warum bereits im Jahre 1883 weitsichtige (und von mir aus auch geschäftstüchtige Bürger und Geschäftsleute) den „Verkehrsverein Hannover e.V.“ gründeten. Er ist nach Leipzig der zweite Verkehrsverein Deutschlands und diente allen folgenden Verkehrsvereinen als Vorbild. Seine wichtigsten Aufgaben waren und sind: die Hebung des Fremdenverkehrs, die Betreuung der Fremden (heute sagt man dazu: Gäste), die Verschönerung der Innenstadt und die Steigerung der Attraktivität Hannovers mithilfe dafür geeigneter Veranstaltungen. Ohne politischen Einfluss und immer mit eigenen Mitteln erfüllte dieser engagierte Bürgerverein seine Aufgaben 127 Jahre lang – zur Freude der Einheimischen und Fremden – erfolgreich, zuverlässig und zeitgemäß. Darüber hinaus brachte er den ersten deutschen Fremdenführer (heute: Hotelführer) heraus und gründete nach dem Krieg in Hannover den Deutschen Touristenverband. Kurzum: Der Verkehrsverein Hannover, der 2005 in „Hannover Tourismus Service e.V.“ (kurz: HTS) umbenannt wurde, prägte mit seinen imagefördernden Maßnahmen (Weihnachtsbeleuchtung der City, Klassik in der Altstadt u.a.), seiner Gästebetreuung (Stadtführungen, Hotelvermittlung u.a.), seinen Veranstaltungen (Maschseefest, Feuerwerkswettbewerb, Illuminationen u.a.) nachhaltig das Erscheinungsbild Hannovers und lockte jedes Jahr immer mehr Stadttouristen nach Hannover.

Man kann darüber streiten, ob ein Verein die geeignete Organisationsform ist, die immens gestiegenen Anforderungen und Erwartungen im Bereich Tourismus und Stadtmarketing zu erfüllen, unstrittig ist dagegen, dass es einem ehrenamtlicher Vorstand nicht zuzumuten ist, das Maschseefest, das der Verkehrsverein zu einer glanz- und anspruchsvollen Riesenveranstaltung entwickelt hat, auf Dauer zu managen. Es ist daher vernünftig und nachvollziehbar, dieses Fest in andere Hände zu geben und damit sicherzustellen, dass dieses bundesweit strahlende Event weiter für Hannover glänzen kann. Durch die Abgabe des Maschseefestes und der vorausgegangenen Übertragung von weiteren Aufgaben an die Hannover Marketing und Tourismus Gesellschaft (HMTG) fehlen dem Verkehrsverein Einnahmen und bleiben letztendlich nur noch ideelle Aufgaben übrig. Selbstverständlich kann man einen Verein auch auflösen, aber die in 127 Jahren angewachsene Liebe und Energie für eine Stadt darf und kann man nicht auflösen. Es ist deshalb ein erhellender Ausblick, es ist erfreulich und vernünftig, dass sich die Vorstände des HTS e.V. und des 1988 gegründeten Freundeskreises Hannover e.V., der ähnliche ideelle Ziele verfolgt, zusammentun und sich darüber Gedanken machen, wie man diese Energien, Lieben und Emotionen für unsere Heimatstadt Hannover, bzw. die Region Hannover, bündeln und gemeinsam eine neue, starke, unabhängige und gemeinnützige Bürgerbewegung schaffen kann. Es besteht die Riesenchance, jenseits von wirtschaftlichen Zwängen, finanziellen Interessen oder Konzipierung weiterer Veranstaltungen etwas ganz Großes und Wirkungsvolles entstehen zu lassen: Ein Sammelbecken für bekennende Alt-Hannoveraner, eine Anlaufstelle für Heimat suchende Neu- Hannoveraner aus aller Welt, eine „Mitmischstation“ für die engagierte Jugend, eine Lobby für die Stadt, ein Hort für das Stadtgefühl, ein Anwalt für die Bürger, ein Netzwerk für Macher und Entscheider, ein Verknüpfer von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur mit den Bürgern, ein Türöffner für Stadtinteressierte, eine nicht überhörbare Bürgerstimme, die lobt, dankt, auszeichnet, vermittelt, informiert oder auch kritisiert und mit viel Herzblut unermüdlich daran arbeitet, Hannover für Einheimische und Fremde noch l(i)ebenswerter zu machen.

Erwin Schütterle

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