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Superlative, 1/2011

Superlative 2010 ist gelaufen. Was heißt hier gelaufen. Es ist zweifellos wirtschaftlich fantastisch gelaufen. Wer hätte gedacht, dass nach den Krisenjahren 2008 und 2009 alles wieder so läuft, als hätte es nie eine Krise gegeben, mehr noch: dass alles besser läuft als je zuvor? Ich bin ja nicht mehr der Allerjüngste, aber ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass in den Wirtschaftsnachrichten die Erfolgsmeldungen sich so häuften wie Ende 2010. „Aufschwung so stark wie noch nie“, „Die Konjunktur ist das reinste Wintermärchen“, die Arbeitslosigkeit werde weiter sinken, die Einkommen würden steigen und damit werde sich die Kaufkraft (in Hannover sogar überdurchschnittlich) erhöhen. Ich habe noch nie erlebt, dass Arbeitgeberverbände – auch bei besten Jahresabschlüssen – nicht vor konjunkturschädlichen Tariferhöhungen warnen, genauso wenig, dass einzelne Arbeitgeber ihre Mitarbeiter „ohne Not“ spontan am Erfolg ihres Unternehmens beteiligten. Und wenn selbst die Bauern und der Einzelhandel mal nichts zu meckern haben und sogar mit dem Wetter zufrieden sind (am 17.12. waren die Schlitten ausverkauft), dann, ja dann müssen fast paradiesische Zustände eingetreten sein.

Fast betäubt von solchen Superlativen nimmt man die anderen Superlative wie anhaltende Staatsverschuldung, die durch steigende Sozialkosten finanziell ausblutenden Kommunen, milliardenschwere Bankbürgschaften und eine mehr als beängstigende Eurokrise gar nicht mehr richtig wahr. So einfach ist es: Wenn die (deutsche) Wirtschaft wieder brummt, ist alles in Butter. Aber mal Hand aufs Herz: Haben wir nicht gehofft, dass die Krise unser Bewusstsein schärft, und das auch andere Prioritäten neben Wirtschaftswachstum und Konsum wichtig sind? Doch, es hat sich was getan. Hannover kann auf das gesellschaftliche und soziale Engagement seiner Bewohner stolz sein. Gerade in den KriKrisenjahren 2008 und 2009 hat sich, wie das Beispiel der HAZ-Weihnachtshilfe zeigt, die Solidarität mit den Bedürftigen dieser Stadt nicht (wie sonst allgemein in Deutschland) reduziert, sondern erhöht. In diesen beiden Jahren spendeten die Hannoveraner die Rekordsumme von jeweils rund 900.000 Euro – auch ein Superlativ. Selbst wenn die durchschnittliche Spendensumme von 100 Euro im Jahr 2008 auf 90 Euro im Jahr 2009 sank, so wurde das Endergebnis aber durch 1100 mehr Spender gehalten. Dafür stieg aber die Zahl der bewilligten Hilfsanträge in den beiden Jahren von 2000 auf 2500. Das heißt: Im vorletzten Jahr (2010 wird dem Vernehmen nach ähnlich verlaufen) haben 9600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Unternehmen, Vereine und Initiativen dafür gesorgt, dass 2500 unfreiwillig in Not geratenen Bürgern unbürokratisch geholfen werden konnte. Diesen Spendern und vor allem auch der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, die sich diese Initiative seit nunmehr 36 Jahren mit sehr viel Herzblut zur Aufgabe gemacht hat, an dieser Stelle mal ein ganz großes und ganz herzliches Dankeschön.

Neben der HAZ-Weihnachtshilfe gibt es in Hannover noch zahlreiche weitere engagierte Hilfsaktionen, Förderkreise, Stiftungen und Initiativen, die das gesellschaftliche, kulturelle und soziale Miteinander in dieser Stadt nachhaltig prägen und leider in keiner Statistik und keinem Städtevergleich auftauchen. Auch all diesen Menschen, die sich ehrenamtlich oder finanziell für ein solidarisches Hannover engagieren, ebenfalls ein herzliches Dankeschön. Jammern und klagen und immer nach dem Staat oder der Stadt rufen kann jeder. Wie gut, dass es mehr und mehr Bürger gibt, die sich Albert Einsteins Satz „Es ist besser, das kleinste Licht anzuzünden, als über die allgemeine Dunkelheit zu schimpfen“ zu Herzen nehmen.

Und wenn immer mehr Unternehmen nicht mehr allein nach dem Share- Holder-Prinzip (nur der Gewinn zählt) wirtschaften, sondern sich intern und extern gesellschaftlich engagieren, dann dürfen sie – von mir aus – auch Gewinn-Superlative vermelden. Früher redete man ja mal von sozialer Marktwirtschaft oder von Unternehmenskultur. Auch wenn man das heute neudeutsch CSR (Corporate Social Responsibility) nennt – mag das vielleicht kein Superlativ, dafür eine erfreuliche Alternative sein. Und das lässt mich hoffen.

Erwin Schütterle

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