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Winter lernen, 2/2011

Winter lernenJetzt haben wir uns so auf den Klimawandel eingestellt, haben die Glühbirnen gegen Stromsparlampen eingetauscht, haben von Atom- auf Ökostrom umgestellt, haben in Hannover eine rigorose Umweltzone eingerichtet, achten beim Neuwagenkauf penibel auf gute Abgaswerte    …und was macht der Winter? Er hält sich nicht an die Prognosen und lässt es in diesem wie auch im vergangenen Jahr ziemlich heftig schneien. Das hatte er früher schon immer gemacht und macht es in höheren Lagen noch heute. Das Fatale ist nur, dass wir Flachlandtiroler den Klimawandel bereits dermaßen verinnerlicht haben, dass wir nicht mehr mit dem Winter rechnen und vor allem, dass wir so gut wie nicht mehr mit Schnee und Eis umgehen können. Wenn man sich in der Stadt umhört, hat man nämlich den Eindruck, unsere Reaktion auf Eis und Schnee besteht einzig und allein aus Forderungen und aus Gemeckere am Winterdienst von aha und am umweltschonenden städtischen Salzverbot. Auch wenn auf Grund von außergewöhnlichen Wetterkapriolen kein Flieger mehr fliegt, keine Bahn mehr fährt und nur noch Allradautos sich auf die Straße wagen, dann muss in Hannover - aber bitte schön -  jeder Gehweg und jede Nebenstraße geräumt sein, denn es ist einfach nicht hinnehmbar, dass wir uns in unserer Bewegungsfreiheit mal irgendwie einschränken müssen. Dafür bezahlen wir schließlich Steuern und Abgaben. Einige Politiker fordern den Winterdienst zu privatisieren und gehen davon aus, dass dann alles besser und auch noch billiger sei. (Bleibt zu fürchten, dass sie als nächstes die Privatisierung der Feuerwehr fordern, falls es mal zu doll brennt und zuwenig gelöscht wird.) Auch der Seniorenbeirat weiß nichts Besseres, als die rigorose Schneeräumung und Salzung zu fordern, anstatt seiner Klientel Schuhspikes (die Winterreifen für Fußgänger) anzuraten, für deren preisgünstigen und einfachen Erwerb zu sorgen, zur Not einen Besorgungsdienst für Lebens- oder Arzneimittel zu organisieren oder Winterlernkurse anzubieten. Wie sehr wir vor Eis und Schnee den Respekt verloren haben, sehen wir am verantwortungs- und verständnisvollen Umgang mit Hochwasser. Da sind Messstellen eingerichtet, da gibt’s es bestimmte Alarmstufen, da sind alle Behörden miteinander vernetzt, es liegen Notfallpläne vor, es sind und werden (teure) Vorsorgemaßnahmen eingerichtet, niemand gibt der Stadt die Schuld, wenn eine Straße nicht mehr befahren werden kann oder schlimmstenfalls der Keller vollgelaufen ist. Vor allem käme kein Mensch auf die Idee, zu fordern, dass eine überflutete Straße umgehend entwässert wird.

Schnee, Eis und der besonders heimtückische Eisregen passen offenbar einfach nicht mehr in unsere Zeit, in der es um Schnelligkeit, Effizienz, Wachstum und permanente Erreichbarkeit geht. Und wenn der Winter sich erlaubt, dann doch mal wieder (und vor allem völlig überraschend) zuzuschlagen, dann muss es - verdammt noch mal - doch möglich sein, schnell, effizient, umfassend und anhaltend alle Beeinträchtigungen umgehend zu beseitigen. Für mich ist das nicht die Lösung, ich plädiere - zumindest in Hannover - für einen winterlichen Klimawandel mit dem Ansatz, den Winter, so wie er eben sein kann, wieder ernst zu nehmen. Dass wir mit und nicht gegen den Winter leben. Ich schlage vor, dass die Stadt und vor allem auch aha die „Bewältigung“ dieses zweiten starken Winters schonungslos analysiert und entsprechende Maßnahmen und Vorgehensweisen für die Zukunft festlegt. Dabei sollte auch geprüft werden, welche technische, materielle, personelle und organisatorische Grundausstattung nötig ist und auf welche diesbezüglichen Ressourcen im Notfall zurückgegriffen werden könnte und wie Menschen über den „natürlichen“ Umgang mit dem Winter informiert oder schlimmstenfalls „geschult“ werden können. Dazu kommt leider auch noch das kostspielige Problem der Beseitigung von Straßenschäden. Und auch wir Bürger akzeptieren die Naturerscheinung Schnee und Eis, passen uns den möglichen widrigen Gegebenheiten an, ergreifen eigene Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen, legen auch mal selbst Hand an und reden nicht gleich vom Weltuntergang, wenn wir mal (vorübergehend) nicht uneingeschränkt von A nach B gehen, radeln, fahren oder fliegen können.

…und lassen auch mal Kinder zu Wort kommen und berichten, was sie vom Schnee halten.

Erwin Schütterle

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