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Wirtschaftsweltstadt 05/2011

Erwin Schütterle

Hand aufs Herz, liebe Stadtkinder, wann ward Ihr das letzte Mal auf der Messe? Ich meine jetzt nicht auf der Hausfrauenmesse Infa, sondern auf der Hannover Messe oder der CeBIT. Geht es Euch wie mir und ward seit der EXPO nie mehr auf dem „alten“ Messegelände? Ich bin ja seit 1974 Hannoveraner und seit dieser Zeit war es für mich so etwas wie eine „Ehrensache“, die Hannover Messe zu besuchen. All’ meinen Besuchern zeigte ich voller Stolz die 70.300 qm große Halle 1 mit den 2000 Parkplätzen im Tiefgeschoss und den 750 Bungalows auf der Dachebene. Ganz schön stolz war ich auch, als diese Halle 1984 als die „weltgrößte ebenerdige Messehalle“ ins Guiness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde. Als dann 1986 das nicht unumstrittene Wagnis eingegangen wurde, aus der CeBIT (falls Herr Jauch Sie mal fragt, was diese Abkürzung bedeutet, sagen Sie ganz locker: „Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation“) eine eigenständige Messe zu machen, war auch ich sofort mit Begeisterung dabei. Was war das aufregend, jedes Jahr die neuesten Kopiergeräte und dann die gesamte rasante Entwicklung der Mac- und Windowswelt „taufrisch“ erleben zu können. Und was war in dieser Zeit in der Stadt der „Teufel los“. Die Lokale waren rappelvoll. Aussteller und Besucher aus aller Welt wurden über die Jahre zu bekannten Stammgästen und von den Hannoveranern ins Herz geschlossen …

Ja und dann kam der 14. Juni 1990, an dem in Paris OB Herbert Schmalstieg voller Freude über den Zuschlag für die EXPO 2000 die niedersächsische Finanzministerin Birgit Breuel küsste. Und was haben wir danach für die EXPO gekämpft, diskutiert, uns Gedanken und Sorgen gemacht, uns über die Ignoranten und Neider geärgert, dann aber gestaunt, gefeiert und „die ganze Welt“ ins Herz geschlossen …

Nach der EXPO sind die Messen auf dem nunmehr „modernsten und größten Messegelände der Welt“ beachtlich weitergewachsen und teilweise auch strukturell korrigiert - für uns Hannoveraner aber zu groß, zu unüberschaubar und zu fachspezifisch geworden. Dazu kommt, dass mit der Jahrtausendwende sich die weltweite Vernetzung und der rasante Informationsaustausch endgültig etabliert haben mit der Folge, dass wir Menschen zwar mehr Informationen gewinnen, dafür aber immer mehr Zeit verlieren. Dieses Jahr war ich (eher zufällig und auch nur kurz) mal wieder auf der Hannover Messe - und mir wurde schlagartig und eindrucksvoll bewusst, dass in unserem unaufgeregten Hannover seit 1947 jedes Frühjahr etwas Weltbewegendes abläuft, das wir jedoch mittlerweile als selbstver­ständlich und beiläufig auf- und wahrnehmen. Dabei handelt es sich um die größte Industriemesse der Welt, 2011 mit 6 500 Unternehmen aus 65 Ländern und 230 000 Besuchern und kurz davor die CeBIT, 2011 mit 4 200 Unternehmen aus über 70 Ländern und 340 000 Besuchern aus 90 Ländern. Ich ließ mir sagen, dass unser „Leuchtturm“ Deutsche Messe AG nicht nur diese beiden Giga-Messen, sondern jährlich rund 100 Messen und Ausstellungen im In- und Ausland mit mehr als 23 000 Ausstellern veranstaltet und ich sagte mir, dass ich zukünftig unbedingt ab und an diese wirtschaftlichen Mega-Ereignisse wieder besuchen muss. Auch wenn meine Antriebsprobleme nicht mit Maschinen zu lösen sind, ich kein Windkraftwerk in meinem Garten errichten will und ich Cloud-Computing gerne meinen Nachfolgern überlasse, allein die gigantischen, lichtdurchfluteten Hallen, die aufwendigen Präsentationen, das internationale Flair, die perfekte Infrastruktur dieser temporären Stadt und das Beobachten der Geschäftemacher sind allemal einen Besuch wert.

Dazu kommen für uns Hannoveraner die EXPO-Erinnerungen mit der mittlerweile ganz schön gewachsenen „Allee der vereinigten Bäume“ (273 verschiedene Baumarten aus allen Erdteilen), dem nach wie vor imposanten Holzdach, der großen Treppe zur Exponale, den Grashügel und dem schrägen Telekomwürfel. Nicht zu vergessen das pulsierende Messe­nachtleben, das sich (für die Messeleute erfreulicherweise, für die städtischen Wirtsleute leider) von der Stadt in die Hallen verlagert hat. Ob Rock, Jazz, Pop oder Folklore, aus jeder Halle klingt andere, leise oder laute Musik, Partydienste haben Hochkonjunktur und für die Taxifahrer ist Sylvester. Wem diese Musik und diese Stand-Fêten zu elitär sind, der kann noch in die Münchner Halle. Zugegeben, die Zelte auf dem Münchner Oktoberfest sind noch eine Nummer größer, die Stimmung im norddeutschen Hannover kann es aber locker mit München aufnehmen, das Preis-Leistungsverhältnis der Speisen und Getränke allemal. Das ganz besondere hannoversche Schmankerl in dieser bayrischen Diasporastation ist jedoch die bierfröhlich praktizierte Dreisprachigkeit: Bayrisch, Hochdeutsch, Englisch. Made in Hannover und gelebt in Hannover. Überzeugen Sie sich selbst!

Erwin Schütterle

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