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Farbenfroh 07/2013

Erwin SchütterleHannover ist bunt. Seine Bewohner sind ein bunt gemischtes Völkchen. Die kulturellen Möglichkeiten sind genauso bunt wie vielfältig. Die Politik ist bunt und treibt es manchmal zu bunt, was dazu führt, dass man am Beispiel Sprengelanbau auch mal schwarz sieht. Das äußere Erscheinungsbild unserer Stadt wird dank des kreativen Engagements von Hausbesitzern, Wohnbaugesell- und genossenschaften und den weniger geliebten Graffitikünstlern immer farbiger. (Das strohdumme Farbbeutelwerfen von Gentrifizierungsgegnern wollen wir in diesem Zusammenhang völlig außer Acht lassen.) Die „Drei warmen Brüder“, die Hannovers Stadtsilhouette mitprägen, erstrahlen jetzt nachtnächtlich in ernercitem RotLila und auch die Nanas - unser heimliches Stadtlogo - könnten nicht bunter und nicht fröhlicher sein. Das vor zehn Jahren noch häufig anzutreffende Nachkriegs-Grau ist aus dem Stadtbild mittlerweile so gut wie verschwunden. Selbst bei Wohnungsneubauten habe ich im Gegensatz zu den derzeitigen Stadthäuser-Einheitsfassaden erfreuliche Farbaspekte gesichtet (Gundlachneubau am Klagesmarkt). Allein durch das neue Kröpke-Center wird das Stadtbild auch nicht mehr von der Sichtbetonmanie der 70er-Jahre erdrückt.

Raschplatz in FarbeAber da ist ja noch die mächtige Raschplatzhochstraße aus den autobegeisterten Jahren 1968/1969. Ich gestehe, dass ich gar nicht so traurig darüber bin, dass dieses Betonungestüm nicht abgerissen wird. Sie verleiht der Bahnhofsrückseite einen Hauch Futuristisch-Großstädtisches. Für mich absolut unbeängstigend, denn gleich nebenan beginnen mit dem Raschplatzpavillon ja schon meine heimatlichen (positive gemeint:) „Dörfer“ Oststadt und List. Mit Autobrücke habe ich das Glück, als Fußgänger und Radfahrer nicht noch länger auf Grün warten zu müssen. Irgendwie kann ich es immer noch nicht glauben, dass Rat und Verwaltung tatsächlich rot-grün-schwarz-gelbes Licht gegeben haben, dass im Rahmen der anstehenden Renovierungsarbeiten die Raschplatzhochstraße (möglicherweise) farbig gestaltet wird. Ich bin von dieser farbenfrohen Entscheidung begeistert  -  und gleichzeitig etwas besorgt. Nur bunt, nur den Zeitgeschmack treffen, kann ins Auge gehen. Ebenso der an sich reizvoller Gedanke, breite Bevölkerungsschichten mitmalen zu lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass es in Hannover ungefährlichere Möglichkeiten gibt, wie die Einwohner ihre Verbundenheit mit der Stadt zum Ausdruck bringen können. Ein Gemälde kann ich umhängen, eine Skulptur umsetzen, eine Hausfassade kann ich neu streichen – aber eine 500 Meter lange Betonpiste….

Optimistisch und demokratisch (wie ich nun mal eingestellt bin) gehe ich davon aus, dass die Stadt weise entscheiden wird, keinen Hauruck-Auftrag vergibt, sondern im Rahmen eines breit ausgeschriebenen Künstlerwettbewerbs die Möglichkeiten auslotet und dann bei der letztendlichen Entscheidung die Bürger (frühzeitig) mit ins Boot holt. Ich persönlich hätte nichts dagegen, mit Boden-LED-Lampen die schattige Unterseite farblich anzustrahlen. Und wenn der Strom hierfür noch aus Sonnenkollektoren (und/oder womöglich einem Windrad) gewonnen wird, könnte nebenbei auch noch das umweltfreundliche Image Hannovers gestärkt, sowie der Bevölkerung unsere Abhängigkeit von der Natur optisch vor Augen geführt werden. Welch erfreulichen Effekt Lichtinstallationen haben, sehen wir jede Nacht an der wechselnden Lichtfassade der Ernst-August-Galerie. Und wenn wir schon mal dabei sind, Farbe in die Stadt zu bringen, dann lasst uns doch mal einen Schritt weitergehen, über sämtliche Schatten springen und den VW-Fernsehturm und das mehr als triste Bredero-Hochhaus gleich in das Farbspiel mit einbeziehen. Wenn dann die Stadt noch ein buntes Zweit-Rathaus auf den verwaisten Busbahnhof baut, der Sparkassenwolkenkratzer entschwärzt, das ehemalige Interconti-Hotel gegenüber dem neuen Rathaus abgerissen oder koloriert, der graue Kuppelsaal einer Farbkur unterzogen, das Europahaus am Kröpcke im Rahmen des Denkmalschutzes optisch auf Vordermann gebracht und auch der letzte noch graue Weltkriegsbunker bunt bemalt ist, dann besteht die Gefahr, dass man nicht mehr vom grünen, sondern vom bunten, farbenfrohen Hannover spricht.

Realistisch und bescheiden (wie ich nun mal auch eingestellt bin) erfreue ich mich zur Zeit an einer höchst natürlichen, für eine Großstadt jedoch alles andere als selbstverständlichen Farbenfröhlichkeit: Ich meine die zahlreichen, bunten Blumenwiesen, die unsere kreativen Stadtgärtner neuerdings mitten in der Stadt angelegt und zum Blühen gebracht haben (wem es noch nicht aufgefallen ist: Am Waterlooplatz, an der Leine, auf verschiedenen Grünstreifen und Verkehrskreiseln). Absolut herzerfrischend!

Erwin Schütterle

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