Freundeskreis Hannover e. V.
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CeBIT 4/2014

Liebe CeBIT,

Glückwunsch! Dein neues „Business-Konzept“ hat, Deiner Meinung nach, ja voll eingeschlagen: 25 Milliarden Euro konkrete Investitionen sind angeschoben worden. Von den 210 000 Besuchern waren „nur“ 8 % „Sehleute“, dafür mehr Aussteller, mehr Auslandbesucher, noch mehr IT-Professionals. Du nennst Dich jetzt das „Weltweit wichtigste IT-Event für Top-Entscheider“. Wie schön für Dich, aber was ist mit uns – uns, Hannoveranern? Ich meine nicht die Wirtsleute, Hoteliers, Taxifahrer und Händler, die vergangenen Zeit nachtrauern und einfach nicht wahrhaben wollen, dass nichts so bleibt wie es mal war; die nach wie vor davon ausgehen, dass der Staat, die Stadt, die Messe gefälligst dafür zu sorgen haben, dass ihre Kassen gefüllt werden; die gerne verschweigen, dass andere Messen wie z.B. die Agritechnica das Geschäft brummen lassen.

Ich meine uns Hannoveraner, die - ob Du’s glauben magst oder nicht - Dir immer noch verbunden sind. Wir sind mir Dir groß geworden. Wir haben 1970 Dein Vorstadium, die CeBIT-Halle 1 (als „weltgrößte Messehalle“ 1984 im Guiness-Buch der Rekorde verewigt) mit ihren 70.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, ihren 2000 Parkplätzen unten und ihren 750 Fertighäuschen oben bewundert, jährlich besucht und voller Stolz unseren Besuchern gezeigt. Wir haben mitgezittert, als Du 1986, groß und voller Selbstbewusstsein, Dich von der Hannover Messe abgenabelt hast. Wir waren mit Dir stolz wie Oscar, als Du 2001 mit 830 000 Besuchern Deinen Besucherrekord eingefahren hast. Bei der rasanten technischen Entwicklung vom Drehscheibentelefon zum Smartphon hast Du uns privilegiert. Wir waren weltweit die Ersten, die die neuesten Kopierer, Drucker, PCs, Notebooks, Netbooks, Handys, Tablets ansehen und anfassen durften.

Heiß alle neugierigen Jugendlichen, Frauen mit oder ohne Kleinkindern, Berufstätige, Rentner bitte auch weiterhin willkommen. Lass uns einfach die vielen Freiflächen in und außerhalb Deiner modernen Riesenhallen etwas füllen und beleben und die eindimensionalen IT-Freaks und die gehetzten Geschäftsleute etwas aufmischen. (Ein Maschseefest ohne nichtsverzehrende Flanierer wäre genauso langweilig wie eine Buchmesse ohne Leser.) Lass uns staunen über die gigantischen Rechenzentren, die an Stelle der unbedeutenden Kleincomputer jetzt auf der CeBIT vorgestellt werden und lass uns unmittelbar etwas teilhaben an der immer imposanteren IT-Welt. Wie sollen wir auf Dich (als bedeutender Teil unserer Stadt) stolz sein, wenn Du Dich in einen elitären Elfenbeinturm zurückziehst, in eine Cloud abhebst?

Erinnerst Du Dich, wie vor Jahren Deine Mutter-AG von der Stadt wünschte, dass während der Messen in Hannover so etwas Ähnliches wie ein temporäres Messefieber grassieren sollte? Dass nicht nur die üblichen Fahnen am Rathaus und Friedrichswall sowie die paar Banner über der Bahnhofs- und Georgstraße signalisieren sollten, dass in Hannover ein Weltereignis stattfindet? Aber wie soll das möglich sein, wenn Du Dich abschottest und der ICE idealerweise direkt am Messegelände hält, die S-Bahn die Fluggäste zur Messe bringt und nach Messeschluss in den Hallen eine Standparty die andere ablöst?

Wie könnte man Stadt und Messe wieder mehr miteinander verknüpfen? Was hältst Du von dem Gedanken, dass Stadt, Messe, Marketinggesellschaft, Hotel- und Gaststättenverband, Citygemeinschaft, Freundeskreis, Uni und Kulturschaffende sich mal zusammensetzen und überlegen, wie man während der Messen, etwas Messe(stimmung) in der Stadt etablieren könnte? Zum Beispiel mit einem von der Messe AG frühzeitig beworbenen aktionsreichen STADTTAG vor dem Messebeginn? Warum findet im Vorfeld und während der Messen auf dem zentralen Bahnhofsvorplatz in einer Mini-Halle nicht eine informative, anmachende Mini-Messe statt? Warum steht während der Agritechnica nicht ein gigantischer Mähdrescher und während der Nutzfahrzeugmesse nicht der neueste Sattelschlepper auf dem Ernst-August-Platz? Dazu eine Dokumentation über die Geschichte der jeweiligen Messe, ein Überblick über die Themen der aktuellen Messe, das Ganze selbstverständlich ausgestattet mit einem Hotspot? Und wenn wir schon Größen wie Wikipediagründer Jimmy Wales, Appelmitbegründer Steve Wozniak oder Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky auf dem Messegelände haben, warum können diese IT-Ikonen nicht zusätzlich auch in der Stadt auftauchen und z.B. im AudiMax der Uni einen Vortrag halten bzw. mit Studenten und Internetusern ins Gespräch kommen? Ich kann gut verstehen, dass Du und die Messe AG ihren Ausstellern eine optimale Businessplattform anbieten wollen. Wenn Ihr aber - wie Kultur, Wissenschaft, Politik und die übrige Wirtschaft - mit der Stadt bzw. der Gesellschaft verbunden und geerdet bleiben wollt, solltet Ihr auch in der Stadt etwas Präsenz zeigen  -  und umgekehrt: Warum nicht immer wieder mal ein „Tag der offenen Messe“ für die Hannoveraner, die möglicherweise zur EXPO das letzte Mal auf unserem attraktiven Messegelände waren?

In alter Verbundenheit: Erwin Schütterle

PS. Habe mir erlaubt, zu meiner 50. Kolumne mein Konterfei zu aktualisieren

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