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Glück und Wünsche 03/2015

Glückwunsch, lieber Lars, zum 120. STADTKIND! Ich gestehe, dass auch ich zu den Zweiflern gehörte, damals vor zehn Jahren. Mehr als sechs Kinder traute ich Dir nicht zu. Deine gedruckten Sprösslinge waren, bzw. sind ja total aus der Art geschlagen. Absolut unzeitgemäß, ein missverständlicher altmodischer (deutscher) Namen, keine Fotos von lächelnden Partymäuschen, keine Fotos von Menschen, die möglicherweise für die Stadt, die Wirtschaft und das Anzeigengeschäft wichtig sind. Dafür Text, Text, Text („die Verzweiflung wächst“), für den man, wie für das gute alte Wochenblatt ZEIT, Zeit braucht. Wer hat die heute noch? Die smarten junge Leute (und auch immer mehr Längerlebende) lesen nicht mehr, sie phonen, posten und app-sen doch nur noch. Aber, oh Wunder, trotz des Warnhinweises auf der Titelseite (vom ersten Kind an), dass die Geschichten wahr und gelogen sind, muss es in der Region Hannover noch genügend Menschen geben, die – neben umfassenden regionalen Veranstaltungsvorschauen und fachkundigen Veranstaltungsrückblicken – auf Papier gedruckte, ernsthafte, satirische, ironische und märchenhafte Geschichten lesen möchten, Denkanstösse lieben, sehr wohl unterscheiden können, ob jemand eine eigene Meinung oder eine Parteimeinung hat (auch wenn er monatlich ein Gespräch mit dem Ministerpräsidenten führt). Es muss in Hannover Leserinnen und Leser geben, die spüren, dass der Blattmacher mittels seiner gedruckten Stadtkinder mit Herz und Hirn letztendlich der Frage nachgeht, in welcher Welt seine reale Tochter eigentlich leben soll. Ein Zeitgenosse, der nicht klagt, jammert und polemisiert, sondern sich fragt, was er tun kann, damit sich die Welt ein bisschen mehr so dreht, wie er es sich wünscht. Und da dies im Kleinen, direkt vor der Haustür beginnt, ist Hannover unter anderem eben sein Thema.

Glück. Ist es ein Glücksfall, dass du zehn Jahre durchgehalten hast? Für Hannover ist dein STADTKIND auf jeden Fall ein Glückskind und Glück mag vielleicht im Spiel sein beim Finden von kompetenten und kompatiblen Mitarbeiterinnen (hast Du auch Mitarbeiter?). Ansonsten ist es – mir ging es mal eben so – bestimmt harte Arbeit, viel Disziplin, Ausdauer, Lust an der Sache - trotz Rück- und Querschlägen   … und die hohe Kunst, tagtäglich den Spagat zwischen wirtschaftlichen Zwängen und menschlichen Bedürfnissen zu schaffen und dabei sauber, gelassen und heiter zu bleiben. Es ist der Versuch, unverbissen nicht der Beste, der Größte, der Siegreiche, sondern ein Teil des Ganzen zu sein, das wir Gemeinschaft nennen. Danke!

Wünsche I. Mögen all deine Wünsche nicht wie deine Zigaretten in Rauch aufgehen, sondern in Erfüllung. Ich wünsche Dir 2 Prozent der Einwohner als Abonnenten und 2 Prozent als Käufer am Kiosk. Mir und Hannover wünsche ich, dass Du durchhältst und ebenfalls mindestens 27 Jahre lang jeden Monat ein STADTKIND auf die Welt bringst, deine persönliche Integrität – wenn’s sein muss, auf Kosten von Anzeigen – nie verlierst, dein Kind immer wieder mal heimlich oder unheimlich veränderst – aber dabei den gelungenen Mix von Ernsthaftigkeit, Lockerheit, Ironie sowie sinniger und unsinniger Satire beibehältst. Und solltest du wieder einmal (im Eifer des Tagesgeschäftes) übers Ziel hinausschießen und einen Mitmenschen unmenschlich „in die Pfanne hauen“, wirst du nicht die momentan so hochgejubelte, immer wieder aber auch scheinheilige Pressefreiheit als Vorwand benutzen, dich nicht unmissverständlich zu entschuldigen. Ich werde nie deine Mail vergessen, in der du mir klipp und klar machtest, dass nicht wir Leser etwas eindeutig Misslungenes richtigstellen müssen, sondern der Verleger. Deine öffentliche glasklare Entschuldigung hat meine Verbundenheit mit dir (lange nach der Stadtkulturpreisverleihung durch den Freundeskreis Hannover) zementiert und ist für mich ein Musterbeispiel für Anstand und menschliche Größe.

Wünsche II. Von euch, liebe Leserinnen und liebe Leser, wünsche ich, dass auch ihr bei der Stange bleibt, die Meinungsvielfalt respektiert und nicht gleich mit Kündigung droht, wenn euch mal eine Meinung nicht passt. Mir gefällt auch nicht alles. Eine Zeitung, die allen gefällt? Sterbenslangweilig!

Wünsche III. Last but not least, wünsche ich von euch Inhabern, Vorständen, Geschäftsführern, Werbeprofis, PR-Spezialisten: Inseriert auf Teufel komm raus in unseren unbeschränkt haftenden und unbeschränkt stadtverbundenen Stadtmagazinen, egal ob diese Zeitschriften vor 10, 20 oder vor 30 Jahre das Licht der Stadtwelt erblickt und kontinuierlich auf „on“ gestellt haben. Sie werden intensiv gelesen, werden vier Wochen lang in die Hand genommen und sind der unverzichtbare Nährboden für Hannovers Stadtkultur.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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