Freundeskreis Hannover e. V.
  Freundeskreis e. V. Hannover
Herzlich Willkommen im Freundeskreis Home 22.10.2017



 

Musik wie Hannover 07/2015

Bitte, verzeiht mir, liebe Hamburger, dass ich ganz ungeniert wünschte, euer (einstmals glorreicher) HSV möge endlich einmal absteigen. Diese emotionale Unkorrektheit hängt nicht damit zusammen, dass ich aus Baden stamme und bei eurem Relegationsgegener, dem KarlsruherSC, einmal ein Rainer Schütterle spielte, mit dem ich möglicherweise verwandt bin. Es hat damit zu tun, dass im Hamburger STERN (wieder einmal) ein Artikel auftauchte, der genauso grottig ist wie der Fußball eurer Kicker. Konkret: Im Stern Nr. 21 kritisiert Jochen Siemens unter der fetten Überschrift „Musik wie Hannover“ die neue CD von Lena Meyer-Landrut. Folgende Sätze haben es mir besonders angetan:

„Wenn man böse wäre, könnte man sagen, die Platte ist wie die Stadt Hannover, aus der Lena Meyer-Landrut kommt und von der man weiß, dass sich dort Christian und Bettina Wulff wohl wieder, na ja, vereint haben. Und ja, es hilft nichts, man muss in diesem Fall böse sein, denn ‚Chrystal Sky’ ist wirklich wie Hannover: ordentlich. Die Songs sind schwer zu unterscheiden, aber so soll es mit den Straßen von Hannover auch sein.“

Ich weiß, es gehört sich nicht, von den Verlautbarungen eines einzelnen Schreibers oder eines einzelnen Blattes auf alle Schreiber, alle Medien und schon gar nicht auf das Image einer ganzen Stadt zu schließen bzw. das eine mit dem anderen zu verknüpfen. Auch hier in Hannover gibt es Schreiber, über die man sich aufregen kann. Im Gegensatz zu so manch anderen Blättern im Norden oder im Süden Deutschlands schreiben die Hannoveraner jedoch so gut wie nie unsachlich, hämisch und erst recht nicht überheblich über andere Städte und Menschen.

Damit ihr mich jetzt nicht missversteht, liebe Hamburger: Ich ärgere mich nicht über die herablassenden Bemerkungen über Hannover oder über die berechtigte oder unberechtigte Kritik an Lenas neuem Album. Großzügig und weltoffen wie wir Hannoveraner nun mal sind, können wir darüber nur schmunzeln. Besonders dann, wenn ein Autor unsere Stadt besser beschreibt, als sie ist. Hannover sei „ordentlich“ – mein Gott: wie wäre das schön! Keine Mauscheleien, keiner geht bei Rot über die Straße, alles sauber, alles ist in Ordnung. Und: Hannovers Straßen seien „schwer zu unterscheiden“. Dieser Eindruck kann für den flüchtigen Besucher durchaus entstehen, da durch über 45.000 Straßenbäume die Straßen sich tatsächlich ähneln und dadurch zahlreiche alte, rekonstruierte und neue Gebäude in unseren Straßen nicht zu sehen sind. Und was die (hoffentlich glückliche) Wiedervereinigung von Bettina und Christian Wulff mit der Stadt Hannover oder mit der Musik von Lena zu tun haben könnte, frage ich mich erst gar nicht. Was mich stört und persönlich betroffen macht, ist allein die unsägliche Verquickung von Vorurteilen über eine Stadt und deren Menschen im Zusammenhang mit einer Tonträger-Kritik. Der Artikel tut einfach weh und er ist eine Beleidigung für die gesamte Zunft der Schreiber.

Wenn man böse wäre, könnte man sagen, die CD-Kritik ist wie das Magazin, für das der Autor schreibt und von dem man weiß, dass es einmal Hitlers gefälschte Tagebücher, na ja, pompös veröffentlicht hat und erst jetzt wieder seinen Leser eingestehen musste, dass die angeblich „allerersten“ Gespräche mit der Tochter des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß einen Vorläufer in einem bereits 2014 erschienen Buch hatten. Wenn man noch böser wäre, könnte man sich in diesem Zusammenhang fragen, was der STERN unter dem Attribut „ordentlich“ versteht. Und ja, es hilft nichts, man muss in diesem Fall böse sein und sich wirklich fragen, warum es in der Redaktion dieses (von Henri Nannen in Hannover gegründeten und einstmals weltbewegenden) Magazins weder eine Instanz noch aufmerksame Kollegen oder Kolleginnen gibt, die solchen Flachsinn korrigieren, bevor er gedruckt wird.

Wenn man gut wäre, müsste man dem STERN raten, einfach mal vom hohen Ross herabzusteigen und wenn man ganz gut wäre, müsste man Jochen Siemens wohlwollend zugestehen, dass er ansonsten „ein großer Erzähler“ ist, der bislang durchaus geniale Berichte und Kommentare geschrieben hat.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

 

‹‹‹ zurück



 

in 13 Tagen:
04.11.17, 09:00 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Regions-Frühstück im Mittendrin

mehr ›
18.11.17, 16:30 Uhr
Probenbesuch: Mädchenchor Hannover

mehr ›
28.11.17, 18:00 Uhr
VERLEIHUNG DES 23. STADTKULTURPREISES

mehr ›
02.12.17, 09:00 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Extrablatt

mehr ›
04.12.17, 18:30 Uhr
Benefizkonzert zugunsten der HAZ Weihnachtshilfe

mehr ›
08.12.17, 17:00 Uhr
Adventskonzert in der Johann Jobst Wagener`schen Stiftung mit einem Blick hinter die Kulissen

mehr ›
15.12.17, 16:00 Uhr
Glühweintrinken: Tag der offenen Geschäftsstelle

mehr ›
06.01.18, 09:30 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Fora

mehr ›
21.01.18, 13:30 Uhr
Hannover Ahoi! Hafenstadt, Kanalstadt, Wasserstadt
Stadtbekannt&Co
mehr ›
03.02.18, 09:30 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Wienecke XI.

mehr ›