Freundeskreis Hannover e. V.
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Hohes Hannover, 10/2015

Als ich vor einigen Jahrzehnten vom Süd- zum Norddeutschen mutierte, wurde ich immer wieder gefragt: „Vermisst du nicht den Süden?“, oder noch schlimmer „Wie kannst du es nur hier im kühlen Norden aushalten?“ Meine Liebeserklärung an den Norden im Allgemeinen und Hannover im Besonderen endete meist mit dem Satz: „…nur die Berge vermisse ich etwas.“ Längst habe ich jedoch die für’s Radfahren erfreulichen Vorteile des Flachlandes lieb gewonnen und mich mit den etwas bescheideneren Höhen rings um Hannover nicht nur arrangiert, sondern so ziemlich alle Spitzen auch erwandert: Angefangenen bei der naheliegendsten Erhebung, dem 147,6 Meter hohen Vörier Berg, von dem aus ich schon zweimal das großstädtische Silvesterfeuerwerk bewunderte, über den Benther und den Gehrdener Berg, den Deister, den Osterwald, den Ith, den Süntel (kennen Sie die dortige Schillat-Höhle?) bis hin zum etwas entfernteren Harz, den ich demnächst noch näher ins Visier nehmen möchte.

Aber warum denn in die Ferne schweifen, wo das Hohe liegt so nah? Nehmen wir doch nur mal den Lindener Berg (89 m über NN) mit seiner urigen Bergkneipe (inkl. reizvollem Weihnachtsmarkt), seiner wunderbaren Scillablüte im Frühjahr und seiner ganzjährigen Theater- und Jazzhochkultur.

Oder das 75 Meter hohe Naturwunder in Empelde mit herrlichem Rundumblick ins Calenberger Land: Hier ist Vater und Sohn Nickel (ohne öffentliche Subventionen!!) erstmals und weltweit die Renaturierung einer riesigen Kalihalde gelungen. Aus einem Kaliberg mit einer Grundfläche von 16 ha ist in 30 Jahren eine 25 ha umfassende grüne und blühende Landschaft geworden. Jetzt fließen nicht mehr jährlich 24.000 Tonnen Salz in die Fösse, sondern nur noch 10.000 und in wenigen Jahren bestenfalls Null Tonnen. Auf seiner sonnigen Südseite fühlen sich seit Jahren Weinstöcke wohl und liefern jährlich an die 300 Flaschen köstlichen „Calivino“, der nur bei den Veranstaltungen und Festen auf der 500 Besucher fassenden Bergbühne ausgeschenkt wird. Zurzeit ist der Berg noch nicht öffentlich zugänglich. Passen Sie also auf, wenn in den Medien auf Veranstaltungen hingewiesen wird.

Ja und dann waren wir kürzlich mit dem Freundeskreis auf dem Kronsberg – und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie dieser wunderbar sonnig am Hang liegende neue Stadtteil ökologisch und familienfreundlich geplant und angelegt wurde, ist mehr als beispielhaft. Im Laufe der Führung fragte ich mich immer wieder, warum bei den umfassenden Diskussionen um die neu entstehende Wasserstadt in Limmer nie davon gesprochen wurde, inwieweit man den riesigen Erfahrungsschatz dieses nachhaltigen und sozial reibungslos funktionierenden Siedlungsprojektes nutzen könnte und warum man in Limmer so tut, als ob man totales Neuland betritt. Möglicherweise habe ich das auch einfach nicht wahrgenommen, weil ich bislang die Besonderheiten des Kronsbergs nicht auf dem Schirm hatte. Fahren auch Sie also ruhig mal mit der Linie 6 oder dem Fahrrad in diese Mustersiedlung, staunen Sie über die vielen kleinen und großen Grünflächen, die zahlreichen Spielplätze und die sehenswerten Kunstobjekte, das raffinierte Regenwassersammelsystem, die bewusst hohe Bebauung in der Nähe der Stadtbahn und die immer flacher werdende Bebauung auf der Höhe. Und falls auch Sie sich fragen, warum die zahlreichen Bäume in dieser jungen Siedlung schon so erwachsen aussehen, sei Ihnen verraten, dass sie bei der Anpflanzung schon ein gewisses Alter hatten. Staunen Sie über die ebenfalls ganz schön üppige Allee oben auf dem Berg, die auf der einen Seite mit Linden und auf der anderen Seite mit Kirschbäumen bepflanzt ist, erfreuen Sie sich jetzt im Herbst an den kunstvollen Drachen auf der riesigen Spielwiese und genießen Sie vom 118 Meter hohen Aussichtspunkt (mit Gipfelkreuz) den sagenhaften Blick über die Messe, die EXPO-Verlassenschaften, die Stadt bis hin zur Marienburg. Die wiederum steht auf dem 135 Meter hohen Marienberg, der vor der Beschlossung noch Rehberg hieß.

Dafür können Sie ruhig auf den Aufstieg zum höchsten Gipfel Hannovers verzichten. Er heißt Nordberg, ist künstlich, 4 Meter höher als der Kronsberg, steht in Lahe …und besteht aus Müll.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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