Freundeskreis Hannover e. V.
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Geschafft?, 11/2015

Auch wenn das derzeitige Stadtleben von der Flüchtlingsproblematik dominiert wird und Hannover beherzt Frau Merkels ungewohnt klare und selbst für manche ihre Parteifreunde befremdliche „Wir-schaffen-das-Parole“ mit Leben füllt, heißt das noch lange nicht, dass Hannover nicht noch andere bemerkenswerte Projekte „schafft“. Fangen wir am besten mit dem Neuen Sprengelmuseum an. Das ist nicht nur eine Erweiterung, das ist jetzt ein ausgewachsener Tempel für Moderne Kunst, der es in der Sonder-BILD zum Wiedervereinigungs-Jubiläum auf Platz 7 von „25 deutschen Museen, die jeder mal besucht haben sollte“, schaffte. Die heftige Abneigung der Hannoveraner – mich eingeschlossen – gegen das „schwarze Brikett“ hat sich mittlerweile etwas gelegt, was nicht zuletzt vielleicht auch damit zusammenhängt, dass nach Abbau des Bauzauns der verspiegelte Sockel sichtbar ist und die darüber „tanzender Räume“ scheinbar schweben lässt. Oder hat Direktor Spiegel womöglich zu diesem Stimmungsumbruch verholfen? Seine Idee, selbstironisch mit dem Brikett-Begriff werblich einzuheizen, war einfach clever und ein neuer, frecher Farbtupfer in der bisherigen Hannover-Wahrnehmung.

Dann wird es für Stadt und deren Kreative höchste Zeit, die letztjährige Auszeichnung zur „Unseco City of Music“ musikalisch zu beleben, sonst könnte der eben zum Unsesco-Weltdokumentenerbe erklärte Goldene Brief aus Birma den Tonkünstlern womöglich noch die Show stehlen. Es kursiert nämlich das Gerücht, dass dieser glanzvolle Brief, zusammen mit einigen ausgesuchten Musterstücken des ebenfalls zum Weltkulturerbe erklärten Leibniz-Briefwechsels als dauerhaftes ultimatives Besuchermagnet für das Herrenhausen-Museum eingesetzt werden soll. Wenn sich das nicht rechnet, sollte auch noch seine geniale Rechenmaschine dazu ausgestellt werden.

So ganz beiläufig konnte man auch aus den Medien erfahren, dass das neue Schloss in Herrenhausen zum bundesweit besten Tagungsort gewählt wurde und dass 60.000 Fernbus-Fahrgäste unseren neuen ZOB zum besten Busbahnhof von Deutschlands Großstädten kürten. Fehlt nur noch, dass die Michelin-Inspekteure demnächst in der Marienstraße auftauchen und Tony Hohlfelds „Jante“, bzw. endlich auch Hannover wieder, mit einem Michelin-Stern versüßen. Und wenn wir gerade bei der Gastronomie gelandet sind: An der Leine hat jetzt „Anna Leine“ seine Pforten, zum Teil sogar ganz nah am Wasser, geöffnet. Dieses Café ist ein Leuchtturmprojekt besonderer Art, das sich selbst jedoch als ganz normal bezeichnet, denn hier arbeiten 24 geistig oder psychisch beeinträchtigte Menschen aus den Hannoverschen Werkstätten. Darüber hat jetzt die Volkshochschule ihr neues Domizil, das dem Image unserer Volks-Uni Glanz und Ansehen verleiht …und das Leineufer noch attraktiver macht.

Ja und dann ist am Kröpcke noch ein heller Stern aufgegangen, der hoffentlich nicht nur diesen Mittelpunkt der Stadt in den dunklen Stunden zum Strahlen bringt, sondern bis ins Rathaus reicht und die Köpfe unserer städtischen Bauherren erhellen möge. Sie brauchen nämlich reichlich Ein- und Weitsicht für ihre geplante Bebauung des Steintors mit zwei mächtigen Torhäusern. Mal abgesehen davon, dass man Tore üblicherweise am Stadteingang errichtet, Freiräume einer City nicht schaden und die Option für einen weiteren U-Bahn-Ausbau nicht verbaut werden sollte: drei Viertel des Steintorareals sehen tatsächlich echt schäbig und nach Kriegsende aus. Wenn schon, denn schon wäre es ein Lichtblick, wenn die Stadt es schaffen würde, den (kröpckeerfahrenen) Investor von einem Gesamtpaket zu überzeugen. Darunter verstehe ich die Bebauung der Kriegslücken auf der Rotlichtseite und die Renovierung der dortigen heruntergekommenen Fassaden, die Anlage eines kleinen Steintorplatzes und zunächst den Bau lediglich eines „Torhauses“, in das, nach seiner Fertigstellung, die Geschäfte des Nordmannblockes einziehen. Dieser schlichte niedrige Nachkriegsblock an der Nordmannpassage wird danach abgerissen und durch einen neuen Hochbau ersetzt. Statt weiterer Edelflächen, die sich nur Filialisten leisten können, könnten hier im Erdgeschoss kleine, eigensinnige und kostengünstige Start-up-Läden, so eine Art „sozialer Ladenbau“, entstehen und der City einen besonderen und anziehenden Touch verleihen. Darüber gibt es Wohnungen für Studenten, Singles und barrierrefreie Domizile für alte, autolose Stadtmenschen (die man schon über den neu gebauten Pavillon hätte bauen können/sollen). Ob wir das schaffen? Ich würde da jedenfalls sofort einziehen.

Fast hätte ich es vergessen: Liebe Stadtbauer, genehmigt bitte das Wellendach auf dem demnächst runderneuerten Maritim-Hotel am Neuen Rathaus. Auch etwas Verspieltheit steht Hannover gut zu Gesicht.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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