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Danke für die Blumen, 5/2010

Geht es ihnen auch so? Freuen Sie sich auch jedes Jahr auf die plötzlich aus dem Winter heraustretenden Frühlingsboten, die unsere Stadt schlagartig aufleben lassen und jedem Sehenden eindeutig klar machen, dass der Winter ausgespielt hat? Ich spreche von der alljährlichen gelb-weißen Narzissenpracht im gesamten Stadtgebiet und der großflächigen Scillablüte auf dem Lindener Berg. Wissen Sie eigentlich, wem wir diese einzigartige Frühlingsoffensive zu verdanken haben? Das Blaue Wunder auf dem Lindener Berg wohl der Natur und möglicherweise dem besonders guten Standort, die Osterglocken schenkte uns hingegen Hanns Adrian, der von 1931 bis 2003 lebte und von 1975 bis 1993 als Stadtbaurat von Hannover wirkte. Statt der obligatorischen Geschenke wünschte er sich zu seinem Abschiedsempfang diese Pflanzenaktion. "Die ganze Stadt soll jedes Frühjahr erblühen", das war sein Wunsch. Für diese absolut unumstritten erfreuliche Stadtverschönerung kann man ihm auch noch nach 17 Jahren Danke sagen.

Wo wir gerade beim Danken sind: Kurz vor Beginn der CeBIT fiel mir auf, wie pieksauber die Stadt aussah. So, als ob der extreme Winter mit seinem ganzen Dreck, inklusive der aufgetau(ch)ten Reste der Silvesterknallerei, einfach weggefegt worden wäre. Und kein Mensch hat einen Leserbrief geschrieben und sich bei unseren städtischen Saubermännern bedankt. Warum sind wir eigentlich immer so übereifrig beim Meckern und so zurückhaltend beim Danken? Ist in einer Zeit, in der von jedem Einzelnen und vom Staat immer mehr gefordert und erwartet und alles in Euro er- und berechnet wird, der Dank mittlerweile immer mehr aus der Mode gekommen? Machen Sie mal einen Test, und Sie werden sehen, dass Sie mit einem wirklich aufrichtigen, nicht so einfach dahin geplapperten, Dankeswort geradezu Wunder bewirken, Freude bereiten und das menschliche Miteinander immens bereichern. Ungeübte muss ich jedoch auf Risiken und Nebenwirkungen hinweisen: Es kann zu Irritationen, Missverständnissen und schlimmstenfalls sogar zu Aggressionen bis hin zur Unterstellung "Bist Du krank?" kommen. Ganz besonders dann, wenn man sich zwischendurch auch mal ganz deutlich für etwas Selbstverständliches bedankt.

Ich will mit gutem Beispiel vorangehen und bedanke mich an dieser Stelle für die Maßstäbe, die Margot Käßmann vor und mit ihrem Rücktritt gesetzt hat. Ich sage ein ganz großes Dankeschön allen Beteiligten des 2. Festivals der Philosophie, das bundesweit ebenfalls neue Maßstäbe setzte und deutlich zum Ausdruck brachte, dass die Menschen eben nicht nur unterhalten und abgespeist werden möchten, sondern geradezu Sehnsucht danach haben, Fragen nach dem Sinn des Lebens zu stellen oder bestenfalls einer Antwort näher zu kommen. Ich danke der HAZ, dass sie über dieses originär hannoversche Ereignis so ausführlich berichtete und ich danke auch der NP für ihre neue Serie TEAM 2010, in der nicht nur die Bosse, sondern die einzelnen Menschen und die Teams unseres Wirtschaftslebens so deutlich in den Mittelpunkt gestellt werden. Ich danke Opernintendant Michael Klügl für den Ohren- und Augenschmaus “Die Reise nach Reims" … und will es dabei belassen, um Ihnen nicht die Chance zu nehmen, selbst den aufrichtigen Dank in Ihr Repertoire aufzunehmen. Sollten Sie mich dafür als Prediger abkanzeln, sage ich nur: Amen.

Erwin Schütterle

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