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vorwärts zurück, 03/2016

Unser berühmter MERZ-Dadaist Kurt Schwitters las Hannover rückwärts, entdeckte dabei re von naH, wandelte diese Begriffe in ihr Gegenteil um und kam zu dem schmeichelhaften Schluss: Hannover geht „vorwärts nach weit“. Da war wirklich was dran. Wenn man im Neuen Rathaus das erschreckende Schaubild vom kriegszerstörten Hannover sieht, kann man nur den Hut ziehen vor dem unvorstellbaren Mut und der unglaublichen Zuversicht, die Rat und Verwaltung beflügelte, aus Ruinen eine Stadt der Zukunft zu planen und zu bauen. Heute kann man den Rigorismus unseres Stadtbaurats Hillebrecht durchaus kritisch hinterfragen, nicht dagegen die Zukunftsvisionen unseres Stadtbahnpioniers Scheelhase. In weiser Voraussicht hat er in den 70er-Jahren am Hauptbahnhof und am Steintor sogenannte „Geisterstationen“ für eine zukünftige unterirdische D-Linie - aus heutiger Sicht - „in den Sand“ gebaut. Sozusagen 14 Millionen Euro versenkt!

Hat Schwitters sich geirrt? Baut Hannover nicht mehr „vorwärts nach weit“, sondern rückwärts in die Vergangenheit? Als Bürger und Wähler werde ich immer ratloser und versuche verzweifelt die Gründe herauszufinden, warum unsere zur Zeit verantwortlichen Volksvertreter in Stadt und Region vehement darauf bestehen, die Zukunft der prosperierenden Stadt im wahrsten Sinne des Wortes zu verbauen? Wer kann mir nachvollziehbar erklären, warum auf der Winzstrecke vom Goetheplatz bis zum Hauptbahnhof unbedingt eine oberirdische Bummelbahn die einmalige Chance verbauen muss, die City zu erweitern? Warum wird die Möglichkeit vertan, Goethe-, Münz- und Kurt-Schumacher-Straße gleichermaßen für Fußgänger und Autofahrer attraktiv und einladend zu gestalten und die Radfahrer schnell und bequem von der Langen Laube zum Hauptbahnhof zu leiten – ohne sich in Georg- und Schillerstraße durch Passantenströme schlängeln zu müssen. Die Ecke an der Ernst-August-Galerie ist ja jetzt schon verkehrsmäßig kurz vor dem Kollaps. Wie sieht das erst aus, wenn alle sieben Minuten eine Stadtbahn quietschend um die Ecke schleicht und kurz davor ein gewaltiger Hochbahnsteig die Straße verstopft? Hat das noch mit Lebensqualität und Einkaufsfreude zu tun? Wie weitsichtig waren dagegen die Eisenbahnbauer von 1879: Um die Stadtentwicklung nicht zu behindern und die Stadt nicht zu teilen, haben sie die Bahngleise in damals geradezu revolutionärer Art und Weise höhergelegt. Dafür haben wir heute, so gut wie keine andere Stadt, den Hauptbahnhof mitten in der City, sozusagen direkt vor der Ladentür unserer Handelshäuser. Wird die Stadtbahn in Zukunft durch den Posttunnel geführt, bleibt für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer weniger Platz und wir kappen wieder den Menschenstrom, der erfreulicherweise nach Eröffnung der Ernst-August-Galerie zwischen City und Lister Meile hin und her pendelt. (Ganz zu schweigen von den möglichen unliebsamen Entdeckungen an der historischen Bausubstanz, wenn die Posttunnel-Durchfahrt um die notwendigen 40 cm abgesenkt wird.) Ich alter Mann kann und will nicht glauben, dass junge Politiker offenbar beim Straßenbahnfahren gerne die City oder die Schaufenster ansehen wollen. Nichts gegen derartige nostalgische Gefühle, in Sachen Zukunft kann man jedoch damit keinen Blumentopf gewinnen. Abgesehen davon: Wer schaut heute noch aus dem Fenster irgendeiner Bahn? 90 Prozent der Fahrgäste sind versunken in ihre Smartphones, Tablets oder Notebooks …und in ihre permanente Ohrberieselung.

Ach so, die Kosten! Ich kommentiere nicht die durchsichtigen Schwarze-Peter-Spielchen in Sachen möglicher Kostensteigerungen oder sogar Kostenexplosionen. Ich bin lediglich erstaunt, dass erfahrene Entscheidungsträger so tun, als ob jedes öffentliche Bauvorhaben bislang kosten- und termingerecht fertig gestellt worden wäre und nicht so manches mit Steuergeldern finanzierte Bauprojekt zunächst einmal schön-gerechnet würde. Allein der Kuppelsaalumbau dürfte wohl die Ausnahme von der Regel sein. Da bislang jede Kostenerhöhung „geschluckt“ wurde, hat für mich die Zukunftsträchtigkeit und die Verkehrssicherheit eines Bauprojektes oberste Priorität. So viel ich weiß, würde eine Tunnellösung vom Bund mit 60 und vom Land mit 25 Prozent bezuschusst. Gegenüber der jetzigen Planung würde der verbleibende 15-prozentige Kostenanteil für Stadt und Region nicht erheblich höher ausfallen. Der Gewinn für die Stadt, deren Entwicklungspotential, Wirtschaft, Erscheinungsbild, Verkehrssicherheit und für deren Bewohner wäre jedoch unvergleichlich höher. Wer zieht die Notbremse und stellt die Weichen auf „vorwärts nach weit“ …und wie sagte dm-Gründer Götz Werner: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe“?

dies ist (wieder) eine persönliche Ansicht von
Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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