Freundeskreis Hannover e. V.
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hanover, 05/2016

Dass wir das noch erleben durften! Ein amtierender Präsident der USA besucht Hannover – genaugenommen die weltweit bedeutendste Industriemesse auf dem weltweit größten Messegelände. Er besucht nicht München, nicht Hamburg, nicht mal Berlin beglückt er mit einem kleinen Abstecher. Kaum zu glauben: Bundeskanzlerin Merkel darf/muss mit ihm in unseren barocken Herrenhäuser Gärten die verfahrene Weltlage besprechen und darf mit dem hohen Besuch im verweltlichten Schloss Herrenhausen speisen. Der Rest Deutschlands wird, wie damals zu seligen EXPO-Zeiten, uns wieder mal um diesen Coup beneiden und einfach nicht verstehen wollen, warum ausgerechnet Hannover erneut die Nase vorn hat und schon wieder weltweit die News beherrscht. Kein Wunder, dass diese unbezahlbare globale Hannover-Werbung unseren Mister Marketing vor Freude schier ausflippen lässt und ebenfalls kein Wunder, dass wir Hannoveraner diesen hohen Staatsbesuch mit all seinen - teilweise krassen - Sicherheitsmaßnahmen absolut gelassen in unser Stadtleben integrieren.

Ich will mal so sagen: Gäbe es nicht die latente Gefahr vor organisierten oder individuellen hirnrissigen Terroristen oder Terroristinnen, Barack Obama könnte sich in Hannover in Begleitung von ein paar unauffälligen Sicherheitsleuten völlig frei bewegen. So wie damals und heute ein Kanzler Schröder oder ein Bundespräsident Wulff sich ungeniert in der Stadt aufhalten konnten bzw. heute immer noch können, so könnte sich auch ein farbiger amerikanischer Präsident schnell in Hannover wie zu Hause fühlen. Egal welchen Rundfunksender er anwählt, er würde so gut wie ausschließlich englische Songs hören. Ein Fahrschein für unsere schicke Stadtbahn zu lösen wäre für ihn das allerkleinste Problem. Schließlich benützen wir in Hannover seit Jahren Tickets und Cards. Wenn er in seinem Hotelzimmer in der Fernsehzeitung zum Beispiel das Programm von pro 7 studiert, würde er erfreut feststellen, dass von 14 Sendungen, die von 6.20 Uhr bis 1.10 Uhr gezeigt werden, zehn englische Titel haben und neun davon aus den USA stammen. (Damit auch der etwas ungebildete deutsche Fernseh-User nicht im Dunkeln zappt, steht hinter dem Programmpunkt „News“ erhellenderweise der deutsche Begriff „Nachrichten“.) Unter der Überschrift „Highlighter als Extra-Highlight!“ könnte sich First Lady Michelle in dieser Zeitschrift über den nur 15 Euro kostenden „Teint Idéal Roll-on Highlighter“ informieren. In der ausliegenden HAZ könnte dem Präsidentenpaar eine Anzeige für die am 31.5.2016 in der HDI Arena stattfindenden Deutschen Firmenlaufmeisterschaft (ca. 6 km) ins Auge fallen. Lockt sie doch mit dem einfallsreichen Namen B2RUN HANNOVER. Auch würde kein Mensch Notiz von ihm nehmen, wenn er bei McDonald’s einen Bacon Clubhouse Chicken Burger bestellt und dazu einen Iced Frappé Coffee Choc trinkt. Danach könnte er im Möwenpick immer noch als Dessert ein leckeres Vanilla Toffee Fudge Boule Florence genießen. Darüber hinaus würde es ihm bestimmt auffallen, dass in Hannover fast ausschließlich Kaffee aus TO GO angeboten wird. Möglichweise würde er auch gerne mal so frei sein und ganz ungeniert bei Lidl reinschauen und interessiert das massenhaft ausliegende aktuelle Kundenmagazin in die Hand nehmen. Dick und fett steht nämlich auf der Titelseite: LIFESTYLE, BEAUTY UND FASHION BY LIDL. Innen drin findet er für den entspannten Everday-Look den Tipp, dass es bei Lidl ab dem 19.5. FOODWEAR FOR FASHIONISTAS (abgebildet sind Freizeitschuhe, keine Lebensmittel) käuflich zu erwerben gibt. Die seien nicht nur trendy, sondern auch unglaublich stylisch. Daher ein absolutes Must-have. Nebenan bei Rossmann würde er aus dem riesigen Angebot ohne weiteres einen Protect&Care Deoroller und einen einfachen Head&Shoulders Shampoo herausfischen. Selbstverständlich könnte Obama auch absolut inkognito das Neue Rathaus besuchen und feststellen, dass Eltern hier in einem Baby-Changing-Room offenbar Kleinkinder austauschen, größere Kinder hier todernst Pimp your town und wer auch immer Move the town spielen können. Schade eigentlich, dass er die vom 15.4.-17.4. stattgefundene Art Fair Herrenhausen verpasst. Ein Glück für alle Art-isten, dass die wiederbelebte Antiquitätenmesse zeitgemäß umbenannt wurde, denn: Antiquitätenmesse war und ist für einen Ausländer ein echter Zungenbrecher.

Bleibt letztendlich nur die Frage, wie lange es noch dauern wird, bis nach diesem spektakulären Promi-Besuch und bei so viel sprachlicher Weltoffenheit die Hannover Messe offiziell in Hannover Fair umbenannt wird. Dieser Namenswechsel allein wäre weder eine Stadt- noch eine Staatsaffäre. Schließlich verdanken wir ja der englischen Besatzungsmacht diese jährliche Wirtschaftsshow und andererseits: Haben wir nicht 123 Jahre lang dem mächtigen britischen Weltreich Könige zur Verfügung gestellt? Erst wenn ein n verschwindet und Hannover in Hanover umanglifiziert werden soll, hört für mich die Fairness auf.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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