Freundeskreis Hannover e. V.
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Stadtmenschen, 01/2017

Wenn es in Hannover Stadtkinder gibt, muss es auch zwangsläufig Stadtväter und Stadtmütter geben. Sozusagen Stadteltern. Und wie das Leben eben so ist, gibt es in dieser Stadtfamilie gute, sehr gute und auch weniger gute Erziehungspersönlichkeiten ….und darüber hinaus auch ganz besondere, geradezu vorbildliche Stadteltern. Diese kümmern sich nicht allein um ihre eigene Familie, ihren Job, ihr Amt, ihre Karriere, ihr Einkommen und ihr Wohlergehen. Sie schauen über ihren Tellerrand und ihre Gartenmauer, denn ihnen liegt auch das Wohl ihrer Mitmenschen und das Wohl der Stadt am Herzen.

Eines dieser Musterexemplare ist bzw. war ohne Zweifel unser ehemaliger Stadtsuperintendent Hans Werner Dannowski, den wir im vergangenen Monat auf seinem allerletzten Weg begleitet haben. Er war nicht nur ein Mann der Kirche, ein überaus beliebter Prediger und feinsinniger Buchautor. Er war vor allem ein weiser, uneitler, nahbarer und erdverbundener Menschen- und Kunstfreund. Er gierte nicht nach dem großen und permanenten Auftritt in der Öffentlichkeit oder in den Medien. Er liebte das Gespräch mit den Menschen und hatte neben seinen evangelischen Kirchenschäfchen immer auch die gesamte Stadtgesellschaft im Auge. Er machte die Türen „seiner“ Marktkirche weit auf für alle Stadtmenschen, für die Kunst, für die Musik und für den Dialog zwischen Religionen, Weltanschauungen, Politik und Menschen. Er trug wesentlich dazu bei, dass „unsere“ Marktkirche sich bis zum heutigen Tag nicht nur zum Zentrum der Altstadt, sondern zum spirituellen Mittelpunkt ganz Hannovers entwickelte. Wenn das Rathaus der Kopf der Stadt ist, dann ist die Marktkirche das Herz, die Seele Hannovers. Dafür wurde dieser weltoffene Stadt-Seelsorger bereits 2001 mit dem siebten Stadtkulturpreis vom Freundeskreis Hannover e.V. wohlverdient geehrt und ausgezeichnet.

Ich bin ganz sicher, dass Hans Werner Dannowski nichts dagegen hätte, wenn wir bei der Würdigung seiner Lebensleistung ungeniert erwähnen, dass er zwar ein besonderer, aber beileibe nicht der einzige vorbildliche „Stadtvater“ war. So wurde vor wenigen Wochen z.B. Prof. Siegfried Neuenhausen der diesjährige Stadtkulturpreis überreicht. Dieser Hainhölzer Stadt-teil-mensch hätte es sich gut gehen lassen und sich in seinen Kunst-Elfenbeinturm oder seine Kunsthochschule einschließen können. Stattdessen erarbeitete er mit viel Geduld, enormem Zeitaufwand und motivierender Überzeugungskraft u.a. mit Gefangenen und stinknormalen Stadtteilbewohnern ansehnliche Kunstwerke, die jetzt den Knast wie auch den nicht gerade glänzenden Stadtteil Hainholz veredeln. Den Sonderpreis für besonderes gesellschaftliches Engagement erhielten bei der Gelegenheit die vier Musiker von „Klang und Leben e.V.“, die sich nicht zu schade sind, demenzkranken Menschen mit alten Schlagern eine erhellende Freude zu machen. Einfach wunderbar! Auch die 24 Frauen und Männer und die vielen Mitglieder und Vorstände aus 13 Vereinen oder Initiativen, die bislang mit dem Stadtkulturpreis für ihr stadtgesellschaftliches Engagement gewürdigt wurden, sind einfach der strahlende Beweis für ein gesundes, wohltuendes, geradezu familiäres Stadtklima. Und dabei ist dem Freundeskreis durchaus klar, dass neben diesen beispielhaft in den öffentlichen Fokus gestellten Stadtmenschen noch sehr, sehr viele – oft im Stillen, im Verborgenen wirkende – ältere wie auch erfreulicherweise jüngere Stadtbewohner den Stadtkulturpreis verdient hätten.

So viel Bürgersinn und Mitmenschlichkeit überstrahlen glatt so alberne juristische Plänkeleien, die sich z.B. zwei stadtbekannte, bis dato angeblich gut befreundete Geldmenschen zur Zeit liefern. Entweder hat diesen Millionären das viele Geld oder ihre Eitelkeit das Gehirn vernebelt oder sie haben den Begriff „Freundschaft“ ihr bisheriges Leben lang noch nie richtig verstanden. Möglicherweise war es ihnen auch zu langweilig, ihr Vermögen unauffällig und legal zu vergrößern und sie wollten mangels anderweitiger sinnvoller Betätigungen mal wieder groß in der Zeitung erscheinen. Dabei können sie sicher sein: Die Medien spielen gerne mit und räumen (auch) diesen gesellschaftlichen Außenseitern reichlich Platz ein. Obwohl: Der Raum wird knapp. Unsere Tageszeitungen sind ja jetzt handlicher, frühstücksfreundlicher und rätselvoller geworden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Neue Presse der nächsten Hahnebuth-Visite in „seinem“ Steintorviertel nicht wieder mehr Platz auf der Titelseite einräumt als dem Ergebnis der Kommunalwahl. Über ein Viertel der Titelseite!   …das hat selbst die BILD nicht geschafft.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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