Freundeskreis Hannover e. V.
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Staubsaugerbäume, 03/2017

In Hannover ist es nicht immer einfach Gutes zu tun. Diese ernüchternde Erfahrung macht zurzeit unsere neue „Enercity“-Chefin, Frau Dr. Susanna Zapreva. Sie hatte die löbliche Idee „die Stadt lebenswert zu machen“ und zwar mittels der Platzierung von ein oder zwei „City-Trees“ – mitten drin in Hannovers pulsierender City. Bereits auf der CEBIT 2016 sorgten diese mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten 3 Meter breiten, 2 Meter tiefen, 4 Meter hohen und 4500 kg schweren grünen Wände für Aufsehen und internationale Beachtung. Spezielle Mooskulturen mit bis zu fünf Millionen winzigen Blättchen pro Quadratmeter sollen die unglaubliche Fähigkeit haben, „wie ein Mikrofaser-Staubtuch“ Mikropartikel anzuziehen und in Biomasse umzuwandeln. Jeder „City-Tree“ soll sage und schreibe genauso viel Feinstaub wie 275 Bäume „schlucken“ (für Detail-Interessierte: www.greencitysolutions.de). Außerdem bieten sie Kühlung, Sitzgelegenheit, eine durch Solarstrom angetriebene exakte und wichtige Selbstbewässerung und auf Wunsch auch analoge oder digitale Werbeflächen inkl. WLAN-Verknüpfung. (Stuttgart gibt übrigens gerade 500.000 Euro aus um mit ähnlichen Mooswänden Deutschlands dreckigste Straße vom Feinstaub zu befreien.)

Die Stadt freute sich über diese geschenkte, innovative, bodennahe Luftverbesserung, gab grünes Licht  ...ohne die Rechnung mit den Volksvertretern im Bezirksrat Mitte zu machen. Die denken nicht daran, das Vorhaben so einfach abzunicken, sehen darin mehr eine „Werbemaßnahme von Enercity als ein Umweltprojekt“, haben jede Menge offener Fragen, diskutieren Auflagen und schieben eine Entscheidung seit September vergangenen Jahres vor sich her. Die City-Gemeinschaft befürchtet, dass sich Drogendealer hinter den „Baumwänden“ verstecken könnten und die Bahn, die ihren Vorplatz liebend gerne und ganz undemokratisch für diese unübersehbaren Feinstaubschlucker zur Verfügung gestellt hätte, wurde vom Denkmalschutz ausgebremst. (Eine kleine Mooswand sieht vor dem Bahnhof allemal schlimmer aus als eine Eislaufbahn.) Der Raschplatz wurde leider von keiner Seite in Erwägung gezogen.

Was für ein Problem!?! Was für ein Aufstand und Aufwand für eine Verbesserung des Stadtklimas! Liebe Volks- und Ladenvertreter, bleibt locker, lasst die Kirche im Dorf bzw. „unsere“ enercity in der Stadt und lasst sie doch ein/zwei Jahre mitten in der Stadt mal unkonventionell und alles andere als ungesund demonstrieren, dass ihr die Umwelt nicht gleichgültig ist. Sollte sie damit mehr oder weniger umweltbewusste Kunden gewinnen bzw. nicht verlieren, kann das der Stadt und Region doch nur recht sein. 2015 überwiesen die Stadtwerke 60 Millionen Euro Gewinnabführung an die VVG (Mutter von Stadtwerke, üstra und infra) sowie 44 Millionen Konzessionsabgaben an die Stadt und Umlandgemeinden. Dieses heimische Unternehmen unterstützt darüber hinaus Sport, Kultur und Soziales und sichert direkt und indirekt 9000 regionale Arbeitsplätze.

Liebe Frau Dr. Zapreva, bleiben auch Sie locker und haben Sie bitte Nachsicht mit unseren gründlichen Bezirksratsmitglieder, die einfach stolz darauf sind, dass es in der Stadt neben dem 640 Hektar großen Stadtwald nicht weniger als 45.500 Straßenbäume gibt und sie deshalb die City von Hannover (im Gegensatz z.B. zu Bonn, dessen gesamte Fußgängerzone so gut wie baum- und blumenlos ist) nicht unbedingt als eine Schadstoffproblemzone ansehen. Und lassen Sie sich ja nicht von ihren umweltfreundlichen Ambitionen abbringen. Halten Sie die City-Tree-Bauer im Auge und wenn diese „Wunderbäume“ wirklich halten, was sie versprechen, dann steigen Sie mit den Stadtwerken in dieses sinnvolle Start-Up-Unternehmen ein und sorgen dafür, dass auch einfachere, niedrigere Elemente entwickelt werden, die unsere Friedrich-Ebert-, die Vahrenwalder-, Marien- oder Hildesheimer Straße lebenswerter machen. Wenn Sie das schaffen – ich verspreche es hoch und heilig – werde ich nie und nimmer in Erwägung ziehen, mein Stadtwerke-Abo zu kündigen.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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