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Feiertanztage, 05/2017

In Hannover tanzt der Bär und steppen die Elefanten …und das macht es mir alles andere als leicht, für die monatliche Kolumne das richtige Thema auszuwählen. Ich könnte über Menschen schreiben, die ihren Müll einfach über den Balkon entsorgen – auch wenn sich darunter spielende Kinder befinden. Oder über einzelne Vögel, die immer wieder mal den gesamten Hauptbahnhof für Stunden lahm legen. Oder über Zeitgenossen, die sich über Alkoholiker am Raschplatz beschweren, jedoch strikt dagegen sind, für diese armen Schlucker – wie für die Nikotinsüchtigen bereits üblich – besondere „Aufenthaltszonen“ einzurichten. Aber selbst die bundesweite tierische Aufregung über Hannovers „Elefanten im Zooladen“ konnte einfach nicht gegen das Thema „Tanzen gegen Tanzverbote“ anstinken.

Keine Frage – Vorsicht! Jetzt kommt Satire –, es muss sich in der Tat um ein schwerwiegendes politisches und gesellschaftliches Problem handeln, wenn Jusos, Junggrüne und Jungliberale parteiübergreifend (!!!) zur Demo gegen das „absurde“ Tanzverbot an Karfreitag aufrufen. Irgendwie ist es aber auch beruhigend, wenn in Zeiten, in denen Giftgas gegen Menschen eingesetzt wird, gemeingefährlicher Nationalismus erblüht, „Die Mutter aller Bomben“ im realen Einsatz getestet wird, Millionen Menschen auf der Flucht oder vom Hungertod bedroht sind, Terroristen unser Land verunsichern, die Luft immer schlechter wird und selbst in einem reichen Land wie Deutschland immer mehr Menschen in die Armutsfalle tappen, politisch engagierte Jugendliche gegen „religiös begründete Eingriffe in die individuelle Freiheit“ demonstrieren. Irgendwie stimmt es hoffnungsfroh, wenn unsere Politiker von morgen dieses für unsere Stadt und unser gestern noch christlich geprägtes Abendland lebenswichtige Thema aufgreifen und die unselige Verquickung von Staat und christlichen Kirchen auf Teufel komm raus beenden wollen.

Ich gehe natürlich nicht davon aus, dass diese engagierten jungen Menschen auf die sieben christlichen (von den insgesamt neun niedersächsischen) gesetzlichen Feiertage verzichten möchten und die ganz dogmatischen Nichtchristen eine Arbeitserlaubnis für diese Tage fordern werden. Ich gehe eher davon aus, dass sie genauso kreativ, wie sie am Gründonnerstag in Hannover auf die Straße gingen, später einmal, wenn sie an der Macht sind, es schaffen werden, diese „nicht mehr in die Zeit passenden“ christlichen Feiertage sinnvoll zu verweltlichen bzw. „der gesellschaftlichen Realität anzupassen“. Und was das Schöne dabei ist: Bei der Gelegenheit kann das für die Wirtschaft unseres Landes lebensbedrohliche sonntägliche Ladenöffnungsverbot gleich mitsaniert und die scheinheiligen Alibiveranstaltungen können obsolet werden. Ich kann mir gut vorstellen, wie unsere konsumorientierten, tanzfreudigen und säkularisierten Nachwuchspolitiker beispielsweise vorschlagen werden, den ersten, zweiten, dritten und vierten Advent einfach in den ersten bis vierten Einkaufssonntag umzutaufen. Weinachten wird zum Wein und Lachtag, Ostern zu Einachten, der Buß- und Bettag zum Kuss- und Betttag, der Karfreitag zum Carfreitag und Christi Himmelfahrt wird einfach in das umbenannt, was er seit vielen Jahren schon ist: Volkstrinkertag. (Der staatliche – ebenfalls tanzlose –Volkstrauertag wird ersatzlos gestrichen.)

Bedauerlicherweise hat sich die Nachwuchsorganisation unserer C-Partei scharf von dem Ansinnen ihrer politischen Konkurrenz distanziert. Sie will keinen feiertäglichen Kahlschlag. Sie ist schon damit zufrieden, das 67-stündige Tanzverbot am Gründonnerstag und Karfreitag auf 48 Stunden zu reduzieren. Wir dürfen auf schöne Zeiten gespannt sein …und sollten für alle Fälle schon einmal einen Tanzkurs buchen.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

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