Freundeskreis Hannover e. V.
  Freundeskreis e. V. Hannover
Herzlich Willkommen im Freundeskreis Home 19.11.2017



 

Hoffen, Bauen, Bangen, 07/2017

Hannovers Autofahrer – und Radfahrer erst recht – sind zurzeit richtig gebeutelt. In unserer Stadt ist nämlich mal wieder (dem Gefühl nach wie jeden Sommer) die Bauwut ausgebrochen. Nicht weniger als 25 Straßen-Baustellen sorgen im Juli dafür, dass nicht nur bei den Verkehrsteilnehmern sondern auch bei den betroffenen Anliegern so etwas Ähnliches wie Wut und Frust aufkommen. Wir Einheimischen können uns zwar etwas darauf einstellen und kennen so manche Ausweichmöglichkeit – nicht auszudenken, wie es den Fremden, den Besuchern, den Navi-Geführten ergeht. Zwei positive Aspekte machen diese nervigen, zeitraubenden Baustellen indes erträglich: Zum einen die Gewissheit, dass sie in absehbarer Zeit verschwunden sein werden und zum anderen die durchaus berechtigte Annahme, dass danach alles besser läuft, alles schöner aussieht und die Stadt noch ein Stück attraktiver wird.

Das kann man bei so manchem Hochbauprojekt leider nicht behaupten. Wenn man zum Beispiel den „Eiertanz“ um unser Bausorgenkind Ihmezentrum verfolgt, lässt es sich nicht vermeiden, dass auch hier Frust und Wut aufkommen. Mit dem Unterschied, dass es hierbei absolut ungewiss ist, ob diese „geborene Problem-Baustelle“ jemals ein Ende finden und ob danach alles besser sein wird. Ich kann einerseits sehr gut nachvollziehen, dass sich Rat und Verwaltung mit mehr Hoffnung als Zuversicht an diesen genauso unumgänglichen wie undurchschaubaren Investor-Rettungsstrohhalm klammern. Andererseits fällt es mir nach dem bisherigen Katz- und Mausspiel dieses Geldmenschen ziemlich schwer, die städtische Zuversicht zu teilen. Meine Sorgen um diese im Grunde genommen ideale Wohnanlage lassen sich einfach nicht wegdenken, denn machen wir uns nichts vor: Ein international agierender Investor hat keine Zukunftsvisionen, will keine Architekturpreise gewinnen, nicht die Stadt verschönern, will keine sozialen Probleme lösen. Er will/muss – auf Teufel komm raus – mit möglichst geringem Einsatz möglichst schnell eine gute Rendite für (sich und) seine Geldgeber „einfahren“. Nachdem die Stadtwerke definitiv das Ihmezentrum verlassen und für 90 Millionen einen Neubau errichten werden, hat die Stadt in diesem Pokerspiel eindeutig die schlechteren Karten. Genauer gesagt, sie sitzt in der Zwickmühle und wird auf jeden Fall den Schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Man muss kein Kapitalist sein um auszurechnen, dass ohne diese beiden solventen Ankermieter sich das Projekt nicht mehr rechnet. Um die Stadt bei Laune zu halten, werden jetzt – nach langer Baustille – schöne Zeichnungen herumgereicht, Aktivitäten vorgetäuscht und mit reichlich Verspätung der Bauantrag für Äußerlichkeiten eingereicht. Egal wie sich die Stadt auch entscheiden wird, der Investor wird genügend Gründe und Ausreden finden um die substanzielle Sanierung so lange hinauszuschieben, bis die einträglichen Mietverträge mit Stadt und Stadtwerke ausgelaufen sind. Danach werden die Karten neu gemischt ….oder die Spieler gewechselt.

Man kann nur hoffen, dass dieser Investor wenigstens das ehemalige Interconti-Hotel am Neuen Rathaus in absehbarer Zeit stadtverschönernd saniert. Nachdem er 5,5 Millionen für die vorübergehende Flüchtlingsunterbringung kassiert hat, müsste sich wenigstens diese Immobilie zu einem guten „Deal“ mausern.

Zum guten Schluss die erhellenden Ausblicke: 1. Es wäre wunderbar, wenn ich mit meiner Einschätzung falsch liege. 2. Man braucht nicht zu hoffen, man kann sicher sein, dass Conti am Messeschnellweg ihren Stammsitz fristgerecht mit einem architektonischen Highlight beglücken wird. So wie es in der Vergangenheit nicht Investoren sondern Unternehmen wie Pelikan, Bahlsen, Madsack, Nord-LB, VHV und VGH vorgemacht haben. Oder die Sparkasse, die eindrucksvoll bewiesen hat, dass man ein in die Jahre gekommenes „hässliches Entlein“ durchaus in einen glänzenden „Strahlemann“ verwandeln kann.

Erwin Schütterle
www.natuerlichhannover.de

‹‹‹ zurück



 

in 9 Tagen:
28.11.17, 18:00 Uhr
VERLEIHUNG DES 23. STADTKULTURPREISES

mehr ›
02.12.17, 09:00 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Extrablatt

mehr ›
04.12.17, 18:30 Uhr
Benefizkonzert zugunsten der HAZ Weihnachtshilfe

mehr ›
08.12.17, 17:00 Uhr
Adventskonzert in der Johann Jobst Wagener`schen Stiftung mit einem Blick hinter die Kulissen

mehr ›
15.12.17, 16:00 Uhr
Glühweintrinken: Tag der offenen Geschäftsstelle

mehr ›
06.01.18, 09:30 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Fora

mehr ›
21.01.18, 13:30 Uhr
Hannover Ahoi! Hafenstadt, Kanalstadt, Wasserstadt
Stadtbekannt&Co
mehr ›
03.02.18, 09:30 Uhr
FREUNDE IM GESPRÄCH: Das Freundeskreis-Frühstück im Wienecke XI.

mehr ›